Mattias Nagel im Gespräch (S01/E19)
Shownotes
„Toccata on the Rocks“ (Matthias Nagel)
„Freie Wahl“ (nach „O komm, du Geist der Wahrheit“ Musik: Matthias Nagel, Text: Lothar Veit)
„Verleih uns Frieden gnädiglich“ (Neufassung und Komposition: Matthias Nagel)
„Es ist ein Ros‘ entsprungen“ (Neufassung und Komposition: Matthias Nagel)
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00:00:06: Herzlich willkommen zum Podcast Pop-Ghost Church.
00:00:08: Wir sind
00:00:09: Hartmut Naumann, ich leite das Popularmusikzentrum in Hannover
00:00:14: und Stefan Reinke Kantor im Zentrum für Popularmusik in Itzehoe.
00:00:17: Ja wir unterhalten uns in unser Podcast über neue Lieder und die Entwicklung von Popular Musik in der Kirche.
00:00:25: Und jetzt geht's los!
00:00:30: Herzlich Willkommen zu unserer neuen Folge Pop-ghost church.
00:00:34: Hallo Hartmut
00:00:35: Hallo Stefan
00:00:36: Wir sind wieder nicht zu zweit, sondern haben wieder einen Gast dabei und zwar Matthias Nagel.
00:00:43: Hallo Matthias!
00:00:43: Schön dass du bei uns bist.
00:00:45: Guten Tag zusammen.
00:00:46: Hi
00:00:47: Ja Du bist ja seit einiger Zeit schon offiziell in Rente von den ganzen kirchlichen Ämtern die du so hattest wenn ich das richtig sehe aber vermutlich ja nicht tatenlos.
00:00:57: Was machst du gerade so?
00:01:00: Als Rentner wird man nicht oder als Musiker-Rentner werden wir glaube ich nicht wirklich so schnell Tatenlos.
00:01:05: Es gäbe vielleicht die Möglichkeit auch mit Musik aufzuhören, aber die Frage stellt sich glaube ich nicht ernsthaft.
00:01:11: Was mache ich?
00:01:11: Ich stelle mich einigen Herausforderungen und zwar denen, die ich mir selbst auferlege und denen die von außen dankenswerter Weise noch kommen.
00:01:21: Was ich mir selber vorgenommen habe ist, einen Lehrbuch zu schreiben, ein Lehrwerk für Posaunenchöre. Nämlich Popularmusik im Posaunenchor, weil ich seit Jahren natürlich auch beobachte, dass Posaunenchöre das Neue spielen wollen und es auch wirklich schon gut machen, aber wo eben auch noch Verbesserungsbedarf ist.
00:01:40: Und wo auch Frust entsteht bei den Posaunen gehören.
00:01:44: Manchmal auch ein bisschen Besserwisserei entstanden ist und da möchte ich gerne ein bisschen gegenhalten.
00:01:47: Und es wird ein Buch werden mit siebenundzwanzig Übungen zu popularmusikalischen Stilen für Bläser.
00:01:54: Das was ich mir selbst gestellt habe, um das zweite grad noch zu beantworten, es gibt immer noch Verlage oder auch sonstige Funktionsträger, die sich melden und fragen ob ich einen Bläsersatz schreiben könnte.
00:02:05: Oder ein Chor-Arrangement usw.
00:02:08: Dieses Bläserbuch sind jetzt nicht nur Bläsensätze, die du geschrieben hast zu Songs oder so, sondern das ist wirklich ein Lehrwerk.
00:02:15: Also wo du die Leute hinführst wie sie den Groove knacken können im Posaunchor und so ja?
00:02:21: Also es geht also darum?
00:02:23: Das ist gut ausgedrückt, den Groove knacken.
00:02:26: Ja und zwar ist es so aufgebaut, dass zunächst mal vier Takte Klavierpattern im Notendruck da erscheinen und auch eingespielt werden und dann auch eine ganz einfache Schlagzeug-Darstellung da sein wird auch nur wenige Takte.
00:02:40: und Dann kommt das Lied wunderbarer König einige takte von Wunderbare König.
00:02:45: wie würde es klingen wenn Es Eine Samba wäre Wenn Es Ein Sechs Achtel Blues wäre zum Beispiel.
00:02:53: Und dann kommt noch ein freies Stück in dem Stil.
00:02:55: Also über eine Veränderung des Liedes Wunderbarer König führe ich zu einem freien Bläserwerk, eine Seite nur jeweils im Stil und ich habe das jetzt einmal ausprobieren dürfen in Lüneburg.
00:03:08: Bitte hinterher, ob ich nicht diese vier bis acht takte wunderbare König noch ausbauen könnte zu einer ganzen Strophe.
00:03:14: Wunderbarer König in den siebenundzwanzig Stilen, weil man auf die Idee kam das auch mal als Nachspiel zum Gottesdienst machen zu können.
00:03:22: und die Melodie, das kann ich euch sagen ist unverwüstlich.
00:03:26: Ja spannend!
00:03:27: Das ist ja wenn ich das so richtig wahrnehme auch irgendwie was was dir schon sehr am Herzen liegt.
00:03:32: Diese popularmusikalischen Form mit dem klassischen Kirchenmusikalischen Instrumentarium, sage ich jetzt mal, Tuzauenkohle.
00:03:38: Orgel ja auch so ein großes Thema was dich irgendwie bewegt das zugänglich zu machen.
00:03:43: oder dass du sagen das geht auch.
00:03:44: also Popmusik braucht nicht immer eine Spezialistenband sondern geht auch mit dem was in jeder Gemeinde vielleicht ist wenn man sich dann damit befasst.
00:03:52: Ja, denn es ist ja durchaus ob gewollt oder nicht gewollт auch teilweise eine Ausschließlichkeit entstanden.
00:03:59: Dass also die Pop-Vertreter sagen ne das Lied das geht mit der Orgel nicht oder die Orgel kann ja gar nicht gerufen.
00:04:04: oder hier der Posaunenkur der muss ja heute gar nicht spielen.
00:04:06: bei der Konfirmation Es werden neue Lieder gesunden.
00:04:09: und diese Ausschließlichkeit dieses Ausgrenzen habe ich nie verstanden und auch nie praktiziert in meinen Gemeinden wenn ein neues Lied ausgesucht worden war oder wie das gemeinsam ausgesuchten haben Und der Pasaunenkurt gesagt hat Das ist ein tolles Lied, können wir das mitspielen.
00:04:23: Dann setzt man sich hin und schreibt mit dem was man im Studium gelernt hat plus ein paar weitere Kenntnisse im popularmusikalischen Bereich.
00:04:31: Schreibt man dann einen Bläsersatz der sich dann Arrangement nennt und nicht mehr Satz aus Intonation wird Intro
00:04:37: usw.,
00:04:37: aber das kennt ihr alles ja und es wird von den Bläsern dankend aufgenommen.
00:04:44: Es ist ja also gerade auch Posaunchor oder Bläserkor, es ist ja auch im Grunde ein sehr natürliches Einfallstor an Anführungszeichen.
00:04:51: Das sind ja alles Instrumentarium was große Swing-Bigband und was auch immer Affinitäten hat so ne?
00:04:57: Das ist eigentlich vollkommen naheliegend das es gehen kann.
00:05:01: Ich stelle bei ganz vielen Posaunkörern fest, dass sie eine große Offenheit und auch Begeisterung für so populare musikalische Groves und Stile mittlerweile mitbringen, schon in den letzten Jahren.
00:05:12: Also von daher das was du davor hast mit dem Büro wird wahrscheinlich auf sehr offene Ohren stoßen glaube ich.
00:05:18: viele setzen das gerne um glaube ich
00:05:21: Ja das wollen wir hoffen.
00:05:22: bei der Orgel ist es natürlich so dass der Orgeln der Kirchenorgel oft vorgeworfen wird ihre starre Tonkonstruktion ihrer starre Torn.
00:05:29: Bildung Not on not of mehr ist es ja nicht im besten midi Sinne sozusagen auch wobei media die Abstufungen hat aber die orgel eben nicht Aber daraus zu machen, Matthias vergiss es.
00:05:39: Die Orgel kann nicht groove'n, das hab ich nie verstanden und diese Philosophie die für mich auch kein Richtiger ist habe ich so nie mitgetragen!
00:05:47: Die Orgel kann nicht rhythmisch spielen höre ich von Fachleuten.
00:05:50: was soll denn die Aussage?
00:05:52: Jede Toccata hat ihren Rhythmus jeder Soldato hat seinen Rhythmuss.
00:05:55: also die ist per se schonmal falsch die Aussagen.
00:05:59: natürlich fehlt das Perkursive einer Gitarre und die Modellationsfähigkeit eines Pianos ist ja ganz klar.
00:06:06: Aber da gibt es vielleicht einen dritten Weg.
00:06:09: Du musst halt die Dynamik auf anderem Weg erzählen, du hast nicht diese Art von Anschlagstynamik, Keyboard oder beim Klavier.
00:06:18: Du musst die Dynamik, die Binden-Dynamik einer rhythmischen Figur auf anderem Wege erzählen und da bist du ja auch ein Experte darin das ob mit Kirchenorgel vorzuführen wie das funktionieren kann.
00:06:29: aber man kann eben auch nicht einfach sondern mal wie man am Klavier einen Gruppettern spielen würde dass einfach so eins zu eins für Orgel spielen.
00:06:37: oder würdest du mir da widersprechen?
00:06:39: Man kann das nicht eins zu eins auf die Orgel übersetzen.
00:06:42: Ein paar Spieltricks und Arrangement Tricks sind dann nötig, wenn ich zum Beispiel eine Betonung haben möchte in der rechten Hand.
00:06:48: Nützt es ja nichts, wenn Ich die Taste kräftiger und schneller und heftiger runter drücke Sondern ich nehme einfach für einzelne Kicks die oberen Octave hinzu Und schon habe ich eine Frequenzmäßige betonung Die aber der Hörer oder die Hörerin als ganz normale Betonungen hört.
00:07:02: also man kann das auch gespielt ein bisschen dynamischer machen.
00:07:05: Die Akkordstrukturen sind eine große Frage und eine wichtige Frage bei der Orgel, aber da ist einiges machbar.
00:07:12: Ja es braucht glaube ich einfach Kenntnis des Instruments und das ist ja eigentlich auch eine Herausforderung die sich Organisten stellen könnten und sollten.
00:07:19: Aber es kommt ja die Abwehrhaltung von beiden Seiten komischerweise.
00:07:22: Das ist ja dann irgendwie auch manchmal komisch.
00:07:24: Also klassische Organisten sagen natürlich sowieso nicht spielen und Pop-Leute sagen, dass könntest du gar nicht für selbst wenn du's wolltest weil dein Instrument das nicht ergibt?
00:07:31: Das ist ganz interessant.
00:07:32: insofern finde sehr gut, wenn man da irgendwie so zwischendsteht.
00:07:35: Weil es ja auch die Praxis in der Gemeinde irgendwie ist, ne?
00:07:39: Die Orgeln stehen da ja alle.
00:07:42: Leider im Rücken der Gemeinden vielfach.
00:07:45: Der Groove lebte von der Optik vom körperlichen Mitvollzug und der Pulsation sozusagen.
00:07:52: Und das geht oben auf der Orgelimpore mit dem Rücken des Gemeindezugekehrs nicht ganz so gut.
00:07:57: Aber ich habe noch nie eine echte Beschwerde gehört aus der Gemeinder.
00:08:00: Also in vierzig Jahren nicht.
00:08:02: Beschwerden nach dem Motto Warum musste dieses Lied dann jetzt mit der Orgel begleitet werden?
00:08:06: Gar nicht, im Gegenteil.
00:08:07: Auch wenn die Orgel klang richtig frisch heute!
00:08:09: Ja.
00:08:10: Das ist ja erstmal so ein Schritt auch, den man so gehen muss... Du bist ja klassischer Kirchenmusiker.
00:08:15: oder vielleicht nochmal wie bist du zur Kirchen Musik gekommen und du hast Kirchen-Musik studiert, so wie man das macht.
00:08:19: Ja, das erste Examen war die sogenannte B-Prüfung damals in Herford an der Hochschule für Kirchen musik Und das zweite Examen ist dann das staatliche A-Examen für Kirchmusiker an der Volkwangenhochschule in Essen.
00:08:32: Und das war ja in der Zeit, wo Popmusik in einer klassischen Kirchenmusik zumindest noch unanerkannter war als es heute so irgendwie ist wahrscheinlich.
00:08:39: Das war ja mitten in den Grabenkämpfen.
00:08:42: Genau!
00:08:42: In Herdford war es ein böses Wort – NGL und Pop-Musik, öfter erwähnt aber ausschließlich ablehnend erwähnd.
00:08:50: Und in Essen an der Volkmann Hochschule ist der ganze Bereich nicht ein einziges Mal erwähmt worden in den drei Jahren die ich dort überblicke.
00:08:57: Tod geschwiegen?
00:08:58: Okay...
00:09:00: Und trotzdem bist du irgendwann mit Pop-Programm Musiker, oder hattest vielleicht auch für den Studium schon Kontakt.
00:09:05: Das wird ja nicht so gekommen sein nach dem Studium.
00:09:07: jetzt fängt man auf einmal so an und dann irgendwann ist es gekommen dass du es in deiner Arbeit eingebunden hast.
00:09:12: oder du hast Orgel und Pop auf einmal verknüpft oder Orgel ein Band?
00:09:17: Ja also die aller ersten Anfänge dieses Klinsch sozusagen waren zu der Zeit als ich vierzehn Jahre alt war.
00:09:23: da habe ich in einer Gemeinde meiner Heimatstadt klassische Kurmusik gesungen.
00:09:29: Also Bach, Händel, Mendelssohn und in einer Nachbargemeinde dann im Jugendkeller des Fahrers die neuen Lieder der damaligen Zeit gemacht.
00:09:37: I Have A Joy zum Beispiel und Herr Deine Liebe und Hilfe meines Lebens.
00:09:43: Und die klassische Gemeinde hat sich immer despektierlich über meine wöchentliche Tätigkeit im Fahrkeller In der Nachbar-Gemeinde geäußert.
00:09:51: Spielst du da wieder das moderne Zeug am nächsten Mittwoch?
00:09:54: Original-Zitat.
00:09:56: Die moderne Gemeinde in Anführungsstrichen hat sich immer lobend über meine klassische Gemeinde geäußert, ah wir haben gesehen am nächsten Sonntag habt ihr wieder ein Messias von Händel.
00:10:06: das ist ja toll singst du auch mit und wir kommen also.
00:10:09: das fand ich eine ganz interessante Festschreibung einer unverdienten Hierarchie einer ungerechten Hierarchi eines Gefälles eines Kulturgefälles.
00:10:19: Ja gut dass wir die Zeiten ziemlich weit überwunden haben aber das war so mein erstes Erleben Als ich dann startete in meiner Düsseldorfer-Gemeinde, in jungen Jahren.
00:10:29: Das war Anfang Januar, das Jahr ist nass in den vierundachtzig.
00:10:33: Also mit Januar angefangen.
00:10:34: Dann kam im April, Mai die ersten Konfirmationen.
00:10:37: Da trat die dort existierende Gemeindeband an mich heran und sagte du Matthias?
00:10:43: Du bist ja neu hier in der Gemeinde wir haben da in zwei Wochen haben wir eine Konformation.
00:10:47: Da brauchst du nicht zu kommen!
00:10:48: Die spielen wir.
00:10:50: Und ich gedacht, hoppla, Konfirmation.
00:10:52: Hauptamtlicher A-Kirchenmusiker?
00:10:54: Ich werde freigestellt!
00:10:55: Ich hab das nicht empfindlich gesehen.
00:10:57: also vielleicht gerne einen freien Tag gehabt.
00:10:59: aber was spielt sich da gerade ab?
00:11:00: Stilistisch.
00:11:03: Ja okay ihr macht die Konfimation...ja das machen wir seit Jahren du brauchst nicht zu spielen.
00:11:09: Okay ich brauche nichts zu spielen.
00:11:10: darf ich trotzdem kommen?
00:11:12: ja natürlich kannst du kommen ja klar.
00:11:15: dann habe ich da gesessen habe eine wirklich hervorragend spielende Band gehört Also mit sanftem Sound und nichts war aufdringlich, die Mikrofonierung klasse.
00:11:24: Keine Rückkoppelung!
00:11:25: Die Gemeinde hat mitgesungen... Ich war begeistert.
00:11:28: Also eigene Eitelkeiten ne?
00:11:29: Ich als A-Musiker jetzt in der Gemeinde habe ich mal ganz hinten angestellt, hab' ich da auch gar nicht entwickelt.
00:11:34: Ich hab dann nach dem Gottesinnsteband angerufen gesagt Leute das war einfach klasse.
00:11:38: Nächsten Sonntag haben wir die nächste Konfirmation.
00:11:40: Kann ich ein bisschen mitspielen?
00:11:42: Ja wie?
00:11:43: Mitspilen?
00:11:44: Joa, ich dachte Orgel so, die Lieder kannte ich alle so, ich dachte ein bisschen Fläche Pat Zurückhaltend Kirchenorgel.
00:11:51: Ja, das haben wir noch nie gehört.
00:11:53: Komm mal vorbei und dann haben wir in den nächsten Gottesdienst gemeinsam gemacht.
00:11:56: Das hat super funktioniert!
00:11:58: Dann habe ich danach die Band angerufen zwei Wochen danach.
00:12:01: Kann ich einmal zu einer Eurer Proben kommen?
00:12:04: Wenn du die dreißig Kilometer Fahrt machen willst, wir proben da und auf einem Bauernhof.
00:12:09: Dann hab' ich da gesessen.
00:12:09: Da sagte eine... Ich fasse es nicht.
00:12:12: Hier sitzt ein studierter Kirchenmusiker bei uns in der Bandsprobe.
00:12:15: Das war der Start Einer doch sehr fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen der Band und mir.
00:12:21: Ich war damals, obwohl ich einige Erfahrungen hatte im Pop-Bereich ja einfach das Greenhorn und habe immer wenn ich was wissen musste und wissen wollte Notationen Schlagmuster Stilistik dann dieser Band gefragt bin ich heute noch sehr dankbar dafür?
00:12:37: Ja das ist doch eine wunderbare Gelegenheit hier mal einen kurzen Tat zu machen denn du hast uns ja auch ein bisschen Musik mitgebracht die wir hier einspielen können Und eins von diesen Stücken passt hier ganz wunderbar her.
00:12:49: Was ist es?
00:12:50: Eine Arrangementskitze für eine Toccata on the Rocks!
00:14:01: Wenn du da mit so einer Band zusammenspielst und das hast du ja immer wieder gemacht, dann stellt sich ja das Problem, dass die Kirchenorgel meistens auf der Orgelempore... Da ist der Spieltisch ganz weit entfernt.
00:14:13: Die Band ist vorne und so.
00:14:15: Da hat man ja dieses Distanzproblem.
00:14:18: Wie habt ihr das denn ausgeglichen?
00:14:19: oder habt ihr's gar nicht ausgeglichene?
00:14:22: Das musste nicht ausgeglichen werden, weil diese Gemeinde ausschließlich Kirchenräume hatte.
00:14:28: Wo die Orgeln unten standen?
00:14:29: Sehr gut!
00:14:30: Es
00:14:30: ist ein Riesenvorteil.
00:14:32: Man
00:14:32: konnte auch schnell mal wechseln inzwischen Piano was auch unten war.
00:14:35: also das war einfach für mich auch ganz wertvolle Erfahrungszeit.
00:14:41: Aber ihr habt schon auch... Also man will es jetzt auch nicht überhöhen aber ja schon so prototypisch eigentlich wie man das machen sollte und man begegnet sich mit gegenseitiger Neugier und Respekt.
00:14:51: Der eine kann was, der andere kann was und wir gucken mal ob das was wir jeweils können zusammen funktioniert.
00:14:56: Und mehr daraus entsteht.
00:14:58: also das ist ja wenn es überall so laufen würde.
00:15:02: Ganz einfacher!
00:15:03: Ja und aus diesem Respekt heraus kann man auch mal sagen bei dem liege ich lieber mit meiner Orgel oder lasst ihr das mal als Band weg?
00:15:10: Das groove nicht so ganz richtig oder fast nicht so.
00:15:15: Du hast ja in den zurückliegenden Jahrzehnten, sagen wir mal auch jede Menge Sachen veröffentlicht.
00:15:20: Das ist ganz viele Songs geschrieben und viele Bearbeitungen gemacht für unterschiedlichste Besetzungen.
00:15:26: Du bist immer so vielfalt der musikalischen Ausdrucksform unterwegs.
00:15:31: Das finde ich klasse!
00:15:33: Ich habe nachgeguckt alleine beim Stubeverlack hast du hundert sozusagen Dinge verlegt, also verschiedenste Kor-Sätzekorbücher, Bläserausgaben usw.
00:15:45: Und es gibt so ein paar Lieder die sind so ja ganz besonders bekannt geworden.
00:15:49: Also eines davon ist sicherlich Verleihonsfrieden knediglich dass überall gerne gesungen wird und eigentlich zum Klassiker geworden ist.
00:15:58: Wie bist du eigentlich darauf gekommen diese Slutterlied nochmal neu aufzufassen?
00:16:03: Ja Das war so, dass eine Reformationsveranstaltung in der Gruger Halle in Essen seit ungefähr dreißig Jahren stattgefunden hatte im Rheinland.
00:16:13: Und diese Reformations-Veranstaltungen bestand immer daraus das natürlich neben Predigt und Liturgie und wirklich tollen gautesdienstlichen Events immer alle Kirchenköhre der Region zusammen kamen – Kirchenköre!
00:16:26: Und es hatte sich ein bisschen tot gelaufen klingt so schlecht.
00:16:31: Das Interesse hatte etwas nachgelassen und dann erreichte mich ein Anruf von der Kreiskantorin aus Essen.
00:16:37: Wir möchten mal gerne was ganz anderes machen, kannst du mal dazukommen und eine offene Singen machen?
00:16:42: Von der Bühne herab, Gruger Halle bringen wir bitte ein bisschen frischen Wind dort hinein.
00:16:47: das habe ich sehr gerne gemacht weil das offene singen meine liebste Musikierform ist und dafür ist eben diese neue Fassung von Verleihungsfrieden entstanden die da einmal erklungen ist lange Zeit nichts davon gehört und irgendwann kam dann mal eine Anfrage, wir haben noch damals ihr oder dein Lied gesungen.
00:17:04: Können wir das nochmal als Kopie haben?
00:17:07: Und wenn dann das erste Mal nach einem Lied wieder gefragt wird, dann ist es ein Zeichen dass das nochmal gesungen werden möchte sozusagen.
00:17:14: Ja und dann ist ja wirklich sehr weit verbreitet worden um bei Kirchentagen so nicht mehr wegzudenken und es wird sicherlich auch neun Gesangbuch sein und so.
00:17:23: Es ist auch wirklich ein tolles Lied.
00:17:26: finde, dass sowieso klasse muss ich ganz ehrlich mal persönlich sagen wie du solche Kompositionen angehst und ich habe da selber auch viel davon schon gelernt.
00:17:36: Also du täust dann immer mal so Modulation an die du aber gar nicht ausführst und bringest dadurch sozusagen eine ganz interessante Farbe in Harmonie und Melodie von solchen Liedern rein.
00:17:48: und das ist alles so leicht gemacht, dass es sehr eingängig funktioniert ja konstruiert und kompliziert gemacht ist.
00:17:57: Und das finde ich wirklich toll, wenn man das Kompliment bei diesem Lied aber auch bei anderen Songs an dich weitergeben.
00:18:04: Und hier können wir jetzt gleich mal in deinen Song reinhören.
00:18:07: Verlei uns Frieden knälliglich!
00:19:41: Du hast auf einen Seite recht große Formen oder rhetorische Formen und Songs und dazwischen ja auch so ganz interessante Experimente.
00:19:48: Du hast zum Beispiel – habe ich mal hier bei mir eine Gemeinde gemacht Kantate für einstimmige Gemeinde, also auf so Advents-Texte mit neuen Melodien irgendwie für und pro Saunenchor.
00:19:59: Also sowas was man ja wirklich mit relativ wenig Aufwand schnell machen kann.
00:20:02: Und das finde ich schon eine große Stärke weil wir das irgendwie brauchen.
00:20:06: Das ist jetzt gar nicht so dezidiert popmusikalisch aber hat so Anklänge somit drin.
00:20:11: Es ist glaube ich so es ist wirklich ne vermittelnde Position.
00:20:14: viele Stücke auch die haben Die Anschluss fähig in alle Seiten ist unter beinem hohe Qualitäter.
00:20:19: Das braucht es, glaube ich sehr stark.
00:20:24: So eine Traditionsgemeinde die da sitzt aber auch mal was Neues kriegt.
00:20:27: So nehme ich vieles von deinem Werk so wahr und das finde ich schon stark.
00:20:31: Ich bin ja auch klassisch sozialisierter Kichmusiker.
00:20:34: insofern erfreut mich dass auch diese Formen dann noch gibt, die man eben schnell umsetzen kann.
00:20:41: Zu Verleihung zufrieden möchte ich gerade noch sagen, dass ich doch auch kritisiert worden bin gar nicht mal wegen der Melodie, sondern wegen der leichten Textumstellung die ich da vorgenommen habe.
00:20:52: Es ist ja doch kein anderer nicht.
00:20:54: Ja.
00:20:54: Luther schreibt doch ja und ich wollte ein bisschen die Jugendsprache da hervorbringen.
00:20:59: und das war die eine Kritik ... Die schlimmere Kritik, die hab' ich mindestens von fünfzig verschiedenen Personen zu hören bekommen, war man kann doch nicht Halleluja & Kyrie Lasern so nah zueinander basteln in einem Lied Und Ich habe mir nichts dabei gedacht, ich meine es geht uns ja im Alltag oft so.
00:21:17: Es schaut auf die Weltlage zum Beispiel hoffend und bangen wann endet der Krieg?
00:21:22: Hilfe ist beginnt schon wieder neuer Krieg.
00:21:25: Und als dann meine Kritiker vorwiegend aus dem theologischen Bereich sage ich ganz ehrlich immer noch nicht locker gelassen haben hab ich gesagt Dann guckt euch doch einfach das Lied Christes erstanden an Die dritte Strophe Halleluja, halleluja.
00:21:39: Das wollen wir alle.
00:21:40: fröhlich sein, Kyrie-Ls.
00:21:42: Da kommt es ja wirklich wie ein Hammer noch mal am Schluss und ich habe mir einfach die Freiheit genommen mit dem Glutawid auch so
00:21:49: umzugehen.".
00:21:50: Und hast du die Kritiker damit gnädig stimmen können mit diesem Vergleich?
00:21:56: Keine Antwort ist auch eine Antwort!
00:21:59: Ja.
00:21:59: Es ist auch nicht so, dass unsere klassische Eingangsliturgie nicht auch irgendwie das zwar kein Halleluja aber ein Glory und Kyrie kommt da ja auch im relativer Nähe wenn ich das richtig überblickt.
00:22:08: Genau.
00:22:09: Also insofern ist es auch nicht vollkommen ungewöhnlich.
00:22:12: Ich finde gerade, dass die in aktuellen Zeiten auch dieses Lied und deine Vertonung jetzt wieder eine ganz neue auch inhaltliche Relevanz bekommt und deswegen ist einfach auch gerne weil es deutlich macht, dass wir... Wir schaffen's nicht!
00:22:28: mit dem Frieden offenbar.
00:22:30: Wir brauchen da die Gnade Gottes für, also wir kriegen es offenbar nicht gebacken und das was so an Anstrengungen gemacht wird auf der politischen Seite führt aus meiner Sicht nicht zu den Frieden denen wir eigentlich brauchen und haben sollten.
00:22:48: Also wir sind dringend darauf angewiesen auf dieses Verleihungsfrieden gnädiglich.
00:22:55: Wo wir gerade darüber sprechen fällt mir noch ein dass sich an dem ersten Sonntag nach den Anschlägen auf das World Trade Center einen Gottesdienst mit zugestalten hatte.
00:23:05: Mit einem Gospelchor, ich war dort eingeladen als Gospelchoreleiter für ein Arbeitswochenende und wir haben wirklich überlegt können wir NGL singen also groovige neue geistliche Lieder singen zu diesem Anlass?
00:23:18: Und da waren wir in den Köeren und mit den beiden Pfarrern die beteiligt waren wirklich unentschlossen im Bereich der alten Liederwärts gewesen mitten wie im Leben sind oder wenn ich einmal so als Scheiden vielleicht, das haben wir nicht gemacht.
00:23:32: Wir haben uns dafür entschieden, weil es sowieso ein Gospel Gottesdienst werden sollte auch im Bereich der Gemeindelieder bei NGLs zu bleiben und wir haben also gesungen.
00:23:41: Unfrieder herrscht auf der Erde meine engen Grenzen aus der Tiefe rufe ich zu dir und eine extrem tiefe Ergriffenheit in der Gemeinde.
00:23:51: Ich behaupte, dass hätten wir mit dem klassischen Quaralrepertor nicht hinbekommen Weil die Texte und das Situative, was in den Texten der neuen Liedern beschrieben wird uns näher ist.
00:24:02: Auch in der Sprache und in den Bildern.
00:24:05: Und deshalb war es eine ganz interessante Erfahrung.
00:24:07: Das haben auch die, die erst mal dagegen gestimmt haben... ...das ist ja auch verständlich dass jemand sagt um Himmel zu hören jetzt keine groovige Musik.
00:24:15: Die haben das hinterher auch gesagt Es war unerwartet intensiv.
00:24:19: Das war für mich nochmal so ein inhaltlicher Ritterschlag für die neuen geistlichen.
00:24:23: Nieder
00:24:26: Du hast einen weiteren Song mitgebracht?
00:24:30: Wir können gerne mal hineinhören in die Liedkombination vom Original des Chorals, O Komm Du Geist der Wahrheit und dem hinzukomponierten Rap auf Basis des wunderbar zeitkritischen Textes von Lothar
00:24:40: Feid.
00:24:51: Auch wenn sie manchmal spiefen, wir sind so gern.
00:25:53: Wir schauen ja auf eine richtig große Entwicklung jetzt schon zurück von Engel das dann in einem Studium in Herford mit spitzen Fingern und an anderer Stelle totgeschwiegen wurde bis hin zu jetzt einem neuen Gesangbuch dass er mit stehen ist wo über fünfzig Prozent wie wir gehört haben schon in einer Folge auch von die danach neunzehntfünfzig komponiert worden sind.
00:26:12: Insofern Siegeszug der Poplarmusik ist vielleicht ein zu großes Wort dafür.
00:26:16: Man muss ja auch nicht nach von Sieg und Hinterlage sprechen, aber Etablierung ist schon in irgendeiner Art und Weise.
00:26:22: Wie schaust du so auf die gegenwärtige Situation?
00:26:24: Wo gibt es deiner Meinung nach noch... wo müsste man nochmal ran?
00:26:28: oder was wenn Du irgendwie einen Schnitt machen könntest?
00:26:31: Was würdest Dir wünschen was noch besser laufen würde oder könnte?
00:26:35: Ich würde nochmal genau hinschauen was war vielleicht bei den Notenausgaben mit neuen Liedern der letzten Jahrzehnte nicht so ganz genau gemacht haben, nochmal versuchen oder jetzt erst recht versuchen hinzuschauen.
00:26:48: Was sind Gemeindelieder und was sind Vortragslieder?
00:26:52: Also welche sind Gemeinlieder?
00:26:53: Welche sind VORTRAXLieder?
00:26:55: Im Bereich der Klassik unterscheiden wir auch zwischen Choral- und Ari.
00:26:58: Die Ari wird vorgetragen mit einer viel größeren Freiheit und viel größer Virtuosität in der Melodiebildung im Tempo
00:27:07: usw.,
00:27:08: Begleitung des Orchesteres und einem Choral, der sofort singbar ist.
00:27:12: Und im Bereich der neuen geistlichen Lieder oder Presentorship schauen wir nicht so genau hin sondern wir nehmen sagen wir mal bei einem Kirchentag in einer Messehalle eine Band war die da vorne hervorragend ihre Sachen performt.
00:27:28: alle sagen super cooles Lied wollen wir auch singen klappt aber dann zu Hause nicht weil natürlich die Band mindestens drei Monate lang sich vorbereitet hat auf den Auftritt und auf diesen speziellen Song.
00:27:41: Und einfach die Begeisterung transportieren und in den Gemeinden mit hineinzunehmen funktioniert bei vielen Melodien, die auch heutzutage etwas komplizierter werden.
00:27:50: Stichwort viele übergebundene sechzehntel.
00:27:54: Überhauptüberbindung, Punktierungen stilistische Angaben mit Sixteen Beat Schuffle kann auch noch nicht jeder in der Gemeinde was anfangen.
00:28:02: und dass wir da nochmal genauer hinschauen.
00:28:05: Da auch wieder ein Erfahrungswert, der vielleicht eine Anekdote oder auch ein Best Practice Fall ist.
00:28:11: Wir hatten diese Punkte in meiner modernen Gemeinde auch, dass die Pfarrer vom Kirchentag zurück kam oder wir alle und gesagt haben dieses Lied war so toll von der Bühne herab.
00:28:19: Das singen wir jetzt auch!
00:28:21: Und dann hat der Pfarrler mir das vorgesungen am Telefon.
00:28:24: ich habe gesagt oh das könnte schwierig sein wenn man das am Sonntag singen soll.
00:28:27: Nein, das haben wir mit zwei tausend Leuten gesungen.
00:28:30: Okay lieber Friedhelm, der liebe Mensch ist Friedhelm.
00:28:34: Wir probieren es aus.
00:28:36: Das Gute war, wir haben uns nie in irgendeinen Klinsch begeben.
00:28:39: Wenn man uns nicht einig wurde am Telefon, haben wir gesagt, wir probieren es am Sonntag
00:28:43: aus.".
00:28:44: Das war interessant!
00:28:45: Ich kann das nur jedem empfehlen, nicht zuerst den Qualitätsfilter über einen Lied zu legen sondern erst mal auf die Reise zu geben im Sinne von zunächst einmal ausprobieren.
00:28:55: und jetzt war genau Paris Paris das nach einem solchen Gottesdienst... Wir haben das dann im Gemeindekaffeekreis gemacht also auch im Gegenwart der engagierten Gemeindeglieder, die dann da geblieben sind.
00:29:07: Und Matthias was meinste?
00:29:08: War das Lied heute gut oder war es nicht gut?
00:29:10: und dann habe ich oft sagen müssen weißt du was?
00:29:12: Ich hätte nicht gedacht dass wir das so gut hinkriegen vor allen Dingen weil wir es zweimal im Gottesdienst gesungen haben einmal zum Anfang mit dem üblichen einstudieren und dann am Schluss einfach noch mal gesungen.
00:29:22: Dann sitzt es ja schon viel besser.
00:29:23: kann ich also jedem empfehlen ein neues Lied zweimal in Gottesdiensten zu sehen?
00:29:27: Wir haben aber auch den umgekehrten Folge gehabt, dass sich einen zerknirschenden Fritellen vor mir hatte.
00:29:33: Der hat gesagt, Mathias du hast von Anfang an gesagt dieses Lied wird nicht funktionieren mit der Gemeinde.
00:29:38: Sei es der Ablauf sei es das Tempo sei es sprachlich weil es Englisch ist oder wie auch immer.
00:29:44: Du hattest recht und die Gemeinde hat uns beiden immer zugenickt und war so dankbar in diesen Prozess mit eingebunden zu sein.
00:29:51: Also das würde ich wirklich empfehlen nochmal genau hinzuschauen was ist ein Vortragslied?
00:29:56: Und was ist eine gemeindelied?
00:29:57: Das heißt nicht dass die Vortrageslieder nicht hinein sollen in ein neues Gesangbuch sondern vielleicht in Arbeitshilfen.
00:30:06: mal drauf hinzuweisen, dass es ja nichts Schlimmes ist.
00:30:07: Man degradiert ja einen Lied nicht wenn man sagt Achtung!
00:30:11: Ist vielleicht eher zunächst Mal ein Vortragslied und bevor ihr das in die Gemeinde gebt übt das doch mit eurem Kirchenkohle oder mit dem Gospelchor oder eine sonstige Singegruppe Übt das erstmal vier Wochen lang ein Und dann geben wir's in den Gottesdienst so was Es also keine Oberaufsicht.
00:30:27: ich möchte keine Oberaussicht vornehmen Die gibt sowieso nicht.
00:30:30: wer entscheidet eigentlich über die Qualität von Liedern?
00:30:33: Aber gibt es behutsam auf die Reise?
00:30:36: Ja, das ist glaube ich ein gutes Stichwort.
00:30:38: Behutsam und respektvoll auch mit den singenden Menschen umzugehen natürlich auch mit dem Liedern und mal genauer drauf zu gucken.
00:30:46: Ich glaub schon dass in vielen Stellen so einmal auch ein Vermittlungsproblem ist.
00:30:51: wenn ich so eine Lied höre oder mir das in den Noten anschauen, dann sehe ich eine Haufen Überbindungen.
00:30:57: Und da kriege ich meinen Weg schon irgendwie Panik weil ich denke wie krieg ich das denn jetzt mit meinem Know-how umgesetzt und der Gemeinde vermittelt?
00:31:05: Wenn man sich dann wirklich rein arbeitet in so ein Song auch in die Begleitung, dann merkt man dass es eigentlich relativ einfach ist obwohl's kompliziert aussieht.
00:31:12: also die Frage Wie kann man es vermitteln?
00:31:15: Da sind wir natürlich beim Thema Ausbildung und so.
00:31:18: Da müssen wir glaube ich immer noch besser werden organisieren, dass Menschen oder Musiker und Musikerin in den Gemeinden die Substanz eines solchen Liedes schneller erfassen können.
00:31:28: Und auch Mittel dann zur Verfügung haben wie sie das der Gemeinde gar nicht schmackhaft, aber wie Sie es der Gemende vermitteln können also.
00:31:36: Und trotzdem würde ich auch sagen Es gibt sehr viele Lieder, die heute also in der aktuellen Popmusik Entwicklung eigentlich vom gesamten Ansatz her solistische Lieder sind auch vom Inhalt her.
00:31:50: Also es geht um Individuelle, oftmals um individuelle Eindrücke... Wir haben das noch in anderen Folgen schon mal besprochen.
00:31:57: Da würde ich mir auch manchmal mehr wünschen dass auch Liederschreiber mehr von gemeinsamen Singen her denken würden.
00:32:05: da kann glaube ich noch ein bisschen mehr passieren durch sagen.
00:32:09: Anders herum passiert auch nichts Limmes oder es wird kein Blitz aus dem Himmel herabfahren sag' ich immer wenn man eine Melodie nicht ganz genau eins zu eins darstellt, sondern die Gemeinde singt sich das Lied irgendwie zurecht.
00:32:22: Da gibt es sogar Liedermacher, die da sehr großzügig sind.
00:32:26: also zwei Beispiele.
00:32:29: hier Christoph Lehmann wo Menschen sich vergessen der Schluss Das Friede wäre unter uns, ihr wisst alle was ich meine!
00:32:34: Das singen sich die Gemeinden immer als Klischee zurechte mit dieser schönen langen pluntierten Not.
00:32:39: Er hat's anders gemeint der Christoph Lehman oder ich habe Martin Gotthard Schneider mal angerufen.
00:32:45: Ich hatte eine Phase, wo ich die Pioniere der NGL-Zeit kontaktiert hatte.
00:32:50: Wie denn nun sein Lied Danke auszuführen sei?
00:32:53: Ob mit Gartenachteln oder mit Zwingenachteln, weil ich beides mal im Notenbild gefunden hatte... Ach Herr Nagel!
00:33:00: Machen sie es doch beides nur halt nicht gleichzeitig und das fand ich ganz toll.
00:33:05: Sollte Angabe oder Christoph Lehmann angerufen ob dann der erste Teil seines Liedes, ich glaube wenn Gott das er tief mich holt, ob der geschaffelt wird oder ob der gerade gesungen werden soll.
00:33:17: Und da sagte ich, habe es gerade gemeint als Rock.
00:33:20: Es wurde ziemlich schnell verschwingt also auch der Anfang machts doch als Züngen und mit der gleichen Großzügigkeit hat auch Christoph Lehmann den ich sehr schätze auch gesagt du im Grunde genommen wussten wir damals auch noch nicht ganz genau wie das was wir im Kopf hatten wie das zu notieren ist in popularmusikalischen Sinne Also über die Taktmittel hinweggezogene Notenwerte, Stadthaltebogen usw.
00:33:45: Das finde ich so toll in das Leute auch zugeben oder wenn Leute das bemerken dass man sagt wir brauchten auch unsere gewisse Entwicklung weiterentwicklung.
00:33:55: Vielleicht ist es aber ja auch gerade genau die angemessene Folgenweise also nicht so ein quasi klassischen Werkanspruch und Authentizitätsanspruch auf Pop-Songs übertragen die den selbst nie hatten und der gar nicht genre gemäß ist sozusagen den vielleicht aber auch klassische Musiker auch nicht so hatten im neunzehnten Jahrhundert oder bei Mozart.
00:34:15: Wenn man so mal guckt, wie die verschiedenen Fassungen von irgendwelchen Singenspielen sich verändert haben hier nachdem wir da gerade auf der Bühne stand dann ist das Werk als solches vielleicht auch nur eine Fiktion und wir müssen sie vielleicht nicht gerade auf Pop-Songs so ein Werkannspruch jetzt aufpacken sollen und sagen dass es vielleicht gerade also vielleicht ist auch jeder Aufführung ja eine Art Cover und das ist das Spannende.
00:34:38: Mir fiel das auf im Textbereich sogar, in der Texte Aussprache wenn ich mit der Gemeinde gesungen habe beim offenen Singen her deine Liebe ist die Gras und Ufer.
00:34:49: Wir haben das gelernt im Studium.
00:34:51: dieses italienische Belcanto diese Tradition natürlich das Gerolte er deutsche Bühnensprache geroltes er von früher.
00:34:59: Und da habe ich gedacht, wie blöd bin ich eigentlich?
00:35:00: Wieso singe ich hier Gras und Ufah und hab einfach das normale Gras was im Hals gebildet wird nicht mit Gewalt.
00:35:07: Nicht mit Kraft oder nicht laut und nicht gepresst, nicht gedrängt.
00:35:10: Das hat niemand bemerkt und ich meine ich sehe es gar nicht mehr ein dass ich diesen Belcanto singen ist die Listik automatisch mittenüber rette
00:35:20: Ja passt doch wirklich in diese Musik nicht rein.
00:35:23: Das muss man schon so sagen.
00:35:25: also diese Art von Bühnensprache, artificielle Sprache passt in die Popularmusik insgesamt nicht rein, also zumindest in weiten Teilen.
00:35:35: Du bist ja auch Beauftragter für Popularmusika gewesen hast den Westfalen als Pop-Kantor und dann auch als Professor für Popular Musik an der Hochschule gearbeitet.
00:35:47: Also hast sozusagen auch das Thema Popularmusikanentwicklung voranzutreiben auf landeskriegischer Ebene.
00:35:53: Du hast so ganz viel getan, du bist zum Beispiel auch Gründungsmitglied der Popularmusik-Konferenz der EKD.
00:36:00: Wie ich ja auch.
00:36:01: Wir haben uns damals zusammengezahnt in den Jahr zwei, drei schon wirklich sehr lange her und haben irgendwie eine Verbindung aufgebaut.
00:36:09: zu sagen wir müssen es eigentlich mal zusammentun, das fachliche Austauschen Wie siehst du diese Entwicklung jetzt?
00:36:15: Auch Popularmusikkonferenz und was sich so in den letzten Jahr, zehn, zwanzig, dreißig Jahren entwickelt hat auf landeskirchischer und vielleicht auch EKD-Ebene im Bereich Popular Musikentwicklung.
00:36:28: Die Strukturen die du angesprochen hast sind auf jeden Fall überfällig gewesen weil wir einen Schatten da sein geführt haben, Aschenputtel da sein sozusagen und wir haben eben darüber gesprochen dass man sich nicht mit dem nötigen Respekt zumindest in der Einrichtung begegnet ist.
00:36:44: Insofern finde ich die Strukturen wichtig auf kreiskirchlicher Ebene, auf landeskirchliche Ebene und drüber hinaus.
00:36:52: Ich glaube, die Direktorenkonferenzen nehmen uns wirklich viel deutlicher wahr, viel bewusster wahr.
00:37:01: Es sind türöffnende Strukture da.
00:37:05: es gibt Vorgänge
00:37:07: wo auch
00:37:08: LKMDs und Hochschuldirektoren sagen, habe ich ja schon immer gesagt dass die Populausmusik wichtig ist.
00:37:14: Das ist auch so eine Beobachtung.
00:37:17: das soll aber auch nur heißen, dass sie das eigentlich schon immer auch irgendwie gut fanden und auch froh sind, dass jetzt Schützenhilfe und Stadthilfe durch durch die etablierten Strukturen bekommen haben.
00:37:31: Und auch umgekehrt sind die Vertreter der Popularmusikkonferenz, seit ihr in den Direktorenkonferenzen vertreten.
00:37:38: Und kriegt manches mit von Wohl und Wehe und Elend und auch guten Gedeihen im Bereich der klassischen Kirchenmusik.
00:37:47: Das wird durchlässiger!
00:37:48: Man kommt einen weiteren Horizont.
00:37:51: also ich kann das nur begrüßen und wir wollen um Himmels Willen nicht wieder dahinter zurück es sei denn Eines Tages hat die Populausmusik sich einen solchen Selbstverständlichkeitswert erarbeitet, das ist gar keine Beauftragten dafür mehr gehen muss.
00:38:08: Landeskirchen haben keinen Beauftragten für die klassische Kirchmusik.
00:38:12: Die haben einen LKMDE, aber keine Spezielle für das Genre Klassische Kirche Musik.
00:38:16: Also das könnte der Pop-Musik passieren?
00:38:19: Ja, das wäre nicht die schlimmste Entwicklung würde ich sagen... Das
00:38:22: meine ich doch auch!
00:38:22: Genau also dann gäbe es wirklich ein Miteinander auf Augenhöhe und das wär ja großartig.
00:38:28: Vielleicht ist das ja eine Vision, die wir irgendwann oder unsere Nachfolger erleben werden, keine Ahnung.
00:38:35: Im Übrigen haben wir nie Popmusik in der Kirche gemacht, wollte ich noch mal sagen.
00:38:38: Wir haben irgendwann angefangen oder ein Martin Gottschneider zum Beispiel popularmusikalische Begleitstruktur und d.h.
00:38:45: Schlagmuster-Spielstrukturen, Downbeat Backbeat Feeling in unsere Kirchenmusik zu interrieren.
00:38:52: dadurch ist es keine Popmusique.
00:38:55: Finde ich also ne?
00:38:55: Popmusiquette ja anders geht auf den großen Bühnen dieser Welt mit dem Dauerthemen der unerfüllten oder schmachtenden oder erfüllten Liebe gefühlte achtzig Prozent der Texte handeln ja davon.
00:39:06: Ja, popmusikalische Strukturen oder musikalische strukturen aus jazzrockpop aufzunehmen und an diese Musikwelt sozusagen anzuknüpfen.
00:39:15: Darum ging es ja, ne?
00:39:16: Oder geht's immer noch?
00:39:17: Genau!
00:39:17: Und die Power in dieser ganz simplen fast banalen Struktur Downbeat Backbeat drin steckt.
00:39:24: Diese power müssen wir spüren.
00:39:27: ich habe dir das schon mal gesagt hat man muss sich eigentlich Beim Downbeat, bei jedem Downbeat auf den nächsten Backbeat freuen und beim jedem Backbeat auf dem nächsten Downbeat freuen.
00:39:36: Wenn
00:39:36: das sagst du zu mir als klassisch ausgebildeter Kirchenmusiker finde ich großartig also wirklich... Ja
00:39:41: viel Freude!
00:39:43: Ja und da ist es aber dann doch die Musik, das ist auch wenn wir sagen, wir machen das mit popularmusikalischen Strukturen oder damit eigentlich so wie Kirchenmusik immer war.
00:39:51: Immer klassische Kirchen-Musik ist ja auch letztlich natürlich ein Quatschbegriff weil das ja auch tausend Jahre von der Musikgeschichte sind jenseits von der Epoche, der Klassik hinzu und also Renaissance und bis weiterhin sozusagen.
00:40:05: und da gibt's mal mehr Durchlässigkeit und mal viele und das ist ja meine Grundthese da wo die Kirchen musik am durchlässigsten Und der Unterschied in die Stilistik am Kleinsten ist da, dass es die große Kirchenmusik entstanden hat, die wir heute noch hören.
00:40:17: Wir hören ja jetzt aus der Romantik können wir nicht irgendwelche zizialinstischen Kleinstmeistern, die sich im Kirchen-Musik Ghetto eingesperrt haben sondern wir hören Johannes Brahms.
00:40:27: Ja genau
00:40:28: und so ist das glaube ich mit Popmusik auch wenn wir uns dem Öffnen die Struktur machen dabei das eigene nicht vergessen und die eigenen Themen da rein setzen dann entsteht halt eine Kirchen Musik die sich der Mittel bedient die halt gerade mal dran sind und die bestimmte Gruppe von Leuten machen wollen.
00:40:43: Und gut, dass du das sagst... Wenn ich als klassischer Kirchenmusiker in Gottzins spiele würde als Vorspiel vielleicht ein Buchstuhude-Prilodium machen vor der Predigt ein Bachschiskoralvorspiel aus dem Orgelbüchlein und zum Ausgang einen Mendelssohn spielen dann hätte ich drei verschiedenen Epochen schon abgedeckt und gespielt.
00:41:03: aber jetzt aus der Retrospective sagen wir nur auch ja die Orgel hat heute morgen wieder schön klassisch gespielt.
00:41:09: Aber da war doch auch die Differenzierung schon da.
00:41:11: Und mit dieser gleichen Differenzierung müssen wir an die heutigen, vielen großartigen stilistischen Unterschiede herangehen im Pop-Bereich.
00:41:19: Also genauestens hinschauen ja...
00:41:23: Ja das ist ein schönes Schlusswort so!
00:41:24: Ein persönlicher Geist für Offenheit und Vielfalt und Grenzkängertum und alles was dazwischen ist.
00:41:31: Das tut uns allen gut nicht nur in der Kirchenmusik.
00:41:34: als kleine Nebenmerkung offen sein für Bedürfnisse anderer schadet Ja, nie.
00:41:40: Da sind wir auch ein bisschen wieder beim Friedensthema um etwas pathetisch schließen zu wollen vielleicht.
00:41:45: Vielen Dank Matthias!
00:41:46: Das war interessant mit dir und diese Einblicke.
00:41:49: Sehr gerne ich danke für den tollen Austausch.
00:41:52: Und wir hören zum Schluss noch in eins deiner Stücke hinein und du sagst uns noch kurz was dazu.
00:41:58: und dann hören wir uns beim nächsten Mal
00:42:02: Den Weihnachtskoral, es ist ein Rosensprungen.
00:42:05: Wollte ich vor einiger Zeit ein wenig aufhübschen.
00:42:07: Diese Fassung hat dann der Gospelchor Gospelsterne aus München eingesungen.
00:43:19: Vielen Dank Matthias nochmal und tschüss miteinander.
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