Uwe Steinmetz im Gespräch (S01/E18)
Shownotes
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"Seven Words" (Uwe Steinmetz), Spiritual Jazz Stück aus der CD IN SPIRIT 2021
„Sacred Jazz - God is Now" (Uwe Steinmetz nach dem Choraltext von Tersteegen) Aufführung mit mit der NDR Big Band und dem Landesjugendchor Brandenburg
„Jazzkyrie“ (Uwe Steinmetz)
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00:00:06: Herzlich willkommen zum Podcast Pop-Ghost Church.
00:00:08: Wir sind ...
00:00:09: Hartmut Naumann, ich leite das Popularmusikzentrum in Hannover
00:00:14: und Stefan Reinke Kantor im Zentrum für Popular Musik in Ezeho.
00:00:17: Ja wir unterhalten uns in unser Podcast über neue Lieder und die Entwicklung von Popular Musik der Kirche
00:00:25: Und jetzt geht's los!
00:00:30: Herzlich Willkommen zu unserer neuen Folge von Pop-ghost church.
00:00:33: Hallo Stephan
00:00:34: Hallo Hartmut
00:00:37: Auch heute wieder einen interessanten Gast bei uns.
00:00:41: Nämlich Uwe Steinmetz ist da, hallo Uwe!
00:00:44: Hallo Hartmut, hatte Stefan?
00:00:46: Ja, Uwe du bist ja ein Jazz-Vertreter, ein Jazzmusiker... Ein renommierter Jazz Musiker der viel schon gemacht hat, sehr tolle Projekte gemacht hat und du hast dich schon sehr lange, würde ich mal sagen wenn ich das richtig überblicke, du kannst mich gerne korrigieren mit dem Thema Jazz & Kirche beschäftigt also wie Jazzmusik in der Kirche funktioniert, welche besondere Rolle sie haben kann.
00:01:13: Darüber wollen wir gerne mit dir ein bisschen sprechen und vielleicht sagst du kurz etwas dazu was du gerade aktuell an musikalischen Projekten am Start hast?
00:01:23: Schreibst du gerade ein neues Stück oder bist du unterwegs an Tour mit Daniel Stickhan vielleicht oder mit anderen Kollegen?
00:01:31: Was machst du momentan grade?
00:01:34: Ich bereite gerade eine Gedenkveranstaltung vor.
00:01:36: Das ist für mich gespannt, falls es zu unserem Podcast passt.
00:01:39: Vor siebzig Jahren gab's die erste Jazz-Andacht in Halle an Jays Gottesdienst.
00:01:44: Da waren wir im vierten Oktober den Hallenfeiern mit Studierenden der Hochschule dort und mit der Kirchengemeinde Marien.
00:01:54: Und so verbinde ich gerade ein bisschen ... Eigentlich in der Vergangenheit eingetaucht auch im Bezug auf das, was das damals hieß für öffentliche Türen und eine andere Musik in die Kirche.
00:02:05: Für uns jetzt heute – Was heißt das eigentlich heute?
00:02:08: Und wie arbeiten wir mit Jazz?
00:02:09: Das ist ein Projekt, was mich gerade beschäftigt und wirklich sehr inspirierend ist.
00:02:15: Ich freue mich!
00:02:16: Natürlich nebenbei mache ich auch Musik weiterhin, aber jetzt gerade ist das so gedanklich.
00:02:21: Weil das ja dann mehr ist als es musizieren.
00:02:23: Auch die Frage was bedeutet die Musik für uns heute?
00:02:25: Jazz hat in der globale Musikform geworden und immer noch sehr religiös.
00:02:30: Gerade Reviosität taucht immer stärker auf modernen Jazz.
00:02:33: Ja wie fühlt sich das an?
00:02:36: Ja, das finde ich toll.
00:02:37: Dass dieses Jubiläum begangen wird.
00:02:39: Das ist ja in den letzten sechsundfünfzig tatsächlich der erste Jazz-Kortestdienst in deutschen Landen gewesen und es ist sicherlich ein Meilenstein für die Entwicklung der geltlichen Popularmusik in Deutschland.
00:02:50: Insofern toll, dass es dieses Jubileum jetzt gibt und ja feiert es würdig.
00:02:54: Gehen wir uns Mühe!
00:02:57: Ja, da ist sehr spannend.
00:02:57: Vielleicht können wir auch mal gucken.
00:02:59: Du hast schon so eben gesagt zu was Jazz damals bedeutet oder was es heute bedeutet?
00:03:03: Die ganz große Grundsatzfrage, also wieso Jazz eigentlich?
00:03:07: Was prädestiniert Jazz für Kirche?
00:03:09: was würdest du sagen oder warum interessiert dich dieser Zusammenhang so
00:03:12: stark.
00:03:14: Also bei mir ist es biografisch begründet dass ich zu dem Zeitpunkt als ich Christ geworden bin in Kirchen angefangen um Musik zu machen das sich da natürlich auch Interesse hatte.
00:03:24: die Musik die ich beruflich da machte Das war während meines Studiums und dann zum Beginn des Berufslebens als Musiker mit Kirchmusik zu verbinden.
00:03:33: Und das war sozusagen oder bleibt auch meine biografische Reise, diese beiden Musikwelten so ein bisschen zusammenzubringen.
00:03:39: Gleichzeitig hat mich interessiert was diese Prozesse innerkirchtlich die Auseinandersetzung BTS als Musikstil so bewegt hat.
00:03:51: Das ist eben auch eine Reise, die ich jetzt ein bisschen forschend begleite oder durch Publikationen und durch das Netzwerk Blue Church, wo wir wirklich jetzt mittlerweile glaube ich fünf Publikations draußen haben, die das so anschauen.
00:04:02: Genau!
00:04:03: Und jetzt vielleicht zu dem Kontext in Deutschland der wirklich sehr früh war?
00:04:06: Das ist für mich nach wie vor faszinierend... Dass das so früh passierte, bevor es Sacred Concerts gab in den USA und vor dem Vatikanum zum Beispiel was in den
00:04:14: U.S.A.,
00:04:15: dafür sorgte dass also die protestantische Kirche auf die katholischen Kirchen reagierten und sagt wir brauchen auch neue Musik im Kirchen.
00:04:22: Das war hier eigentlich eine Öffnung, die an die Dimensionen anknüpfte, dass Musik aus dem Westen irgendwie populär wurde – also in ganz Deutschland aus Amerika, die wurde gespielt.
00:04:34: James war damals Popmusik, gleichzeitig waren Gospels und Spiltwits eine Musik der unterdrückten.
00:04:38: So wie das damals dann Pharah Lehmann gesagt hat in Halle Und diese Dimension, die adressierte auch direkt in diesem Gottesdienst.
00:04:46: Das finde ich ganz stark, dass er sagt warum singen hier eigentlich deutsche junge Leute Musik aus Amerika?
00:04:53: Das ist ja eine berechtigte Frage!
00:04:54: Wir sollten vielleicht bei Bach bleiben oder das pflegen und er stellt es wirklich so provozieren im Raum und sagt dann naja weil das ne Musik isst, die was urmenschlich ist zur Zeit ausdrückt... ...und die kann's nah dran ist am Evangelium in ihrer Hoffnung aber auch in ihrer Klage.
00:05:08: Und dann kommen Beispiele aus den Spiritus, Gospels verbunden mit Zeimlesungen.
00:05:14: Das ist tatsächlich für mich nach wie vor heute auch eine Wurzel, ich denke Jazz ist als Musikform sehr fluide lässt sich selten in so ne Box packen.
00:05:22: das soll so klingen oder so wird es gespielt aber es ist eine Form auseinandersetzung mit dagegen ward immer auch mit Politik und diese Urform leben wir als Menschen zusammen in Gerechtigkeit.
00:05:35: Das ist gerade modern Jazz ein riesen Thema wieder und insofern findet das auch ständig in Kirchen immer wieder Resonanzen.
00:05:43: Du hast ja gesagt, die Wurzel sozusagen auch im Jazz liegen.
00:05:47: eigentlich Spirituell Blues in dieser Musik der Unterdrückten kann man sagen.
00:05:53: Es wird ja in diesem Jazz-Gottesdienst den Halle deutlich aber das zieht doch die weitere Jazzentwicklung.
00:05:58: Aber es gibt natürlich dann eine sehr Vielgestaltige Jazzentwicklung bis hin zu artificiellen Ausformungen des Jazz.
00:06:06: Ja, vielleicht beginnen in den vierziger Jahren mit modernen Jazz und so.
00:06:11: Welche Art von Jazz brauchen wir an der Kirche?
00:06:14: Frag ich mal so...
00:06:15: Ne, ich habe jetzt über die Jahre ja historisch für mich gelernt und so arbeite ich auch als Musiker im Kirchen dass es zumindest drei ganz klare Strömung gibt.
00:06:24: das erste war die liturgische Haltung zu sagen wie können wir mit Jazz oder auch Gospel-Klingen liturgisch arbeiten, für die Messe funktional.
00:06:33: Das war der Beginn in den USA mit einer liturgischen Messe im methodistischen Bereich.
00:06:41: Und dann kamen die geistlichen Konzerte weil auch Jazz in dem Zeitpunkt Konzertmusik war und Komponisten wie Duke Ellingen bekam Konzertaufträge und er hat das so promoviert und gesagt es ist ein ganz geistliches Konzern was ich hier schreibe, seine Sacred Concerts.
00:06:55: Das ist jetzt nicht Jazz hatte ausdrücklich gesagt sondern Geistliche Musik.
00:06:59: So wie man sich vorstellte, sich eine neue amerikanische Musik entwickelt gegenüber auch einem geistlichen Musik gegenüber der populären Musiktrektion so wie man das aus Europa kannte und so arbeite ich heute auch.
00:07:10: Ich halte es für entscheidend dass Liturgie die Offenheit zur Improvisation und für den Moment hat und die Musizierende die da sind mal Lust haben in der Liturgieklänge einzubauen die sie quasi an ihre Haltung erinnert.
00:07:25: wenn nicht Klage Kann ich ein Blues einbauen oder kann ich etwas einbauten, wenn das passt für die Gemeinde was aus dem Jazzbereich kommt und so weiter.
00:07:35: Und gleichzeitig finde ich es halt spannend dass es eine Musik ist die durch die Improvisation immer auch in den Moment ruft und der Einmaligkeit betont.
00:07:42: So feiern wir auch Gottesdienste.
00:07:44: Mir ist dieses in der heutigen Zeit wo ich zunehmend sehe wie viel Algorithmen unser Leben bestimmen, wie viele digitale Prozesse sagen, so musst du sein.
00:07:53: So soll es sein, so lässt sich's wiederholen, dass wir gegen die Reproduzierbarkeit ankämpfen.
00:07:58: wenn wir als Christen etwas feiern Gott anbieten soll das im Moment geschehen und dann ist es auch vorbei und kann was Neues werden.
00:08:05: aber Es kann sich nicht so fest erstarren lassen.
00:08:07: da ist Jason gute Musik weil das mit Jason so gut geht.
00:08:10: Aber dieses Fluide interessiert mich.
00:08:13: Da ist ja wahrscheinlich das Thema Improvisation im Jazz auch eine sehr wichtige Ein sehr wichtiger Aspekt
00:08:21: Genau.
00:08:22: Du hast ja auch uns für dieses Interview ein paar Sound-Beispiele mitgebracht und vielleicht wäre es jetzt eine ganz gute Gelegenheit, mal eins davon einzuspielen?
00:08:33: Ja hier in Ausschnitte aus seven words das sind die Jesus Worte zusammengesetzt als einen Songtext gesungen von Chandler Ruhl von einer CD aus dem Jahr zwanzig-einzwanzig.
00:08:45: Jawohl!
00:08:47: Vielen Dank wir hören mal rein.
00:09:49: Insgesamt würde ich sagen ist bei Jazz, bei anderen Musikier von auch aber bei Jazz vielleicht insbesondere ja der Umgang mit Material irgendwie schon ein spannender.
00:09:56: Das hast du auch so angedeutet.
00:09:58: also einer der flexibel ist, der reagieren kann aufgeschehen und der hier nun doch in der Komposition festgehalten ist in irgendeiner Form.
00:10:10: Und das macht glaube ich schon, dass es ein spannendes Wandern zwischen den Dimensionen.
00:10:14: Auf der einen Seite diese Flexibilität halten zu wollen auf der anderen Seite aber ja auch um ein bestimmtes Grundlevel darzustellen eine Komposition zu basteln und das finde ich ist ein spannender Vorgang der vielleicht typisch ist für ein Gottesdienst insgesamt.
00:10:28: so habe ich dich auch verstanden.
00:10:29: Das ist im Grunde der Jazz eigentlich so eine Haltung.
00:10:32: oder anders gefragt würdest du sagen ist Jess dann ist er schon auch Musikstil irgendwie oder Oberbegriffe verschiedenes Stile?
00:10:38: Aber ich verstehe es schon auch so, dass du sagst das ist schon auch eine Herangehensweise an Musik oder nicht?
00:10:43: Ja genau.
00:10:44: Das ist für mich ne Musizierhaltung bis jedenfalls einer der Qualitäten weil sie dadurch... tatsächlich ja in der Lage war, geschichtlich Genres zu begründen.
00:10:52: Also wirklich... ...jeder Stil ist entstanden durch Begegnung, durch Offenheit mit anderen Musikstilen zu arbeiten.
00:10:58: Bossa Nova wäre ein fantastisches Beispiel.
00:11:01: aber es kann man bei fast jedem Stil, der heute so unter Jazz abgehandelt wird und unterrichtet werden kann, einen Kanon zeigen.
00:11:07: Und das ist eine Qualität die ja uns, sag ich mal wenn wir jetzt von da rein vielleicht eurozentrierten Sichtweise ausgehen Es gibt den Komponisten am Schreibtisch, der dann festlegt was passiert ist natürlich auch nicht wahr.
00:11:19: Aber ich glaube, dieses Kollektiv als Ursprung ist etwas was uns natürlich damit in Gottesdienst und Liturgie sofort verbindet.
00:11:26: Als Jazzmusiker.
00:11:27: Und das ist leider auch sehr fragil.
00:11:29: also da es schwer alles zu erzwingen sondern man muss immer wieder sozusagen die ja wie bei einer Gemeinde auch immer dranbleiben besser alle im Boot sind.
00:11:40: und Das macht's für mich so menschlich was ich schätze Aber was eben auch eine andere Arbeit erfordert, anders arbeiten.
00:11:48: Und die Kompositionen sind in unserer Tradition wichtig.
00:11:51: aber ich kenne eben auch in anderen Kontexten wo ich musikalisch tätig war an anderen Kulturen wo man übers Gehör arbeitet das natürlich als hinderlich.
00:11:59: also Ich bin immer bereit meine Stücke, wenn es jetzt nicht gerade für Big Band ist auch direkt über's Hören zu vermitteln.
00:12:06: Also hier ist die Melodie und mach'was damit.
00:12:09: Das finde ich auch der Schöne bei.
00:12:11: Das verbindet uns mit Popmusik, das ist intuitiv auch funktionieren muss.
00:12:18: Genau, verbindet es mit Pop-Musik als Stichwort?
00:12:21: Würdest du denn sagen dass Jazz unter den großen Schirmen von Popularmusik gehört oder ist das ein Extra-Genre was irgendwie eigenen Kriterien folgt und was eigentlich nicht so Popular Musik gehört?
00:12:34: wie sind da deine Haltung dazu?
00:12:37: Ja es ist ja ein bisschen faktenbasiert, muss man leider sagen nicht Popmusik ist, weil sie nicht Pop-Musik von der Art ist wie Pop Musik definiert wird.
00:12:47: Dass es eine Musik für alle ist in irgendeiner Form.
00:12:50: Pop-Musik definiert sich ja auch über die Anzahl der Hörerinnen also auch statistisch gesehen und da ist Jazz genauso wie Kirchenmusik, Orgelmusik eher... bei zehn Prozent aller Menschen in Deutschland laut Studien- und Musikzentrums sagen, ich höre Bevorzug.
00:13:05: Cenk ist so ähnlich wie ich höere Bevorzugt messieren auf der Orgel, da wird es vielleicht noch kleiner.
00:13:10: aber das heißt Popmusik im besten Sinne ist dass wo achtzig Prozent vielleicht sagen war das gefällt mir gut Das ist pro Land verschieden.
00:13:16: Ich habe in USA gelebt und studiert und da war das Jazz durchaus höher sag ich mal als popmusikerkennbar.
00:13:22: trotzdem verbindet uns mit der popmusik zurzeit auch trotzdem dieses Gegenwerte, dass du so mehr von der Gegenwart her arbeitest und es schwerer fällt zu sagen ich führe was Historisches auf.
00:13:35: Also weil Du als Jazzmusiker auch zumindest die Herausforderung dir stellst wie jeder Singer-Songwriter das Du etwas zur Gegenwart sagen möchtest auch wenn's vielleicht ein bisschen verschachtelter ist, wenn's ins Mental ist.
00:13:45: aber man merkt also modernen Jazz sehr stark, dass dort sehr viel im Religiosität und auch Politik vorkommen.
00:13:52: Das finde ich verbindet uns sehr stark mit der Popmusik Nicht mit der, die jetzt nur Geld verdienen möchte.
00:13:57: Das gibt's überall!
00:13:58: Aber das letzte Stones-Album ist ein Statement, wo es hingehen kann wenn man es ernst nimmt als Musiker und in der Tradition sehe ich Jazzmusiker auch.
00:14:09: Dann verbindet uns ja doch eine ganze Menge.
00:14:12: Ich setze den Begriff Popularmusik ziemlich weit für mich, wo ich sage dass es nicht nur Musik von achtzig Prozent der Leute heute gehört wird, sondern eben das gibt verschiedene Stile verschiedenste Entwicklungen die teilweise auch wenn man so will ein Rand da sein auf finanziell führen.
00:14:31: Das stimmt auf jeden Fall.
00:14:34: Es fällt mir jetzt gerade noch ein.
00:14:36: In der Ausbildung ist ja auch so, dass viele Kollegen mit denen ich musizier die spielen gleichzeitig in Pop-Produktionen oder sind mit Pop-Leuten auf Tour und andersherum.
00:14:45: auch wenn man ins Studio geht, ist man froh über jeden der die Ohren auffahrt an Richtung andere Produktionstechniken.
00:14:51: das vermischt sich so stark.
00:14:53: zum Glück.
00:14:54: Das ist eigentlich ein bisschen artificiell erscheint, wenn man das so abtrennt.
00:14:57: Ich finde es auch immer schwierig, dass wer genauso in Popmusik in eine Nische packt und sagt, das soll alles nach Hip-Hop klingen oder nach Heavy Metal.
00:15:06: Spanjet ist genau so, wird irgendwie schwierig.
00:15:09: Ja ich würde auch sagen die Grenzen sind ja sowieso fließender als recht bei einem Genre, dass es seit Jahrzehnten oder über einem Jahrhundert irgendwie gibt oder das existiert.
00:15:18: Und weil es eben diese Unterschiede ist, zwischen auf der einen Seite gibt es ja schon spezifische Stilmerkmale die man vielleicht definieren kann.
00:15:23: Die finden sich auch in Pop-Musik wieder, dadurch wird Pop-Music aber nicht automatisch Jazz nur, weil Jazzakorde drin sind.
00:15:29: Nichtsdestotrotz gibt das eine Kontaktfläche, die dann von einem johremal gearteten Publikum gar nicht mehr wahrgenommen werden.
00:15:37: Also möglich hören vielmehr Leute Jazz, jazzartige Dinge als sie selbst sagen würden, weil's einfach auch in vielen Sachen so drinnen.
00:15:45: Also ich selbst habe so die merken wir ein bisschen in meiner eigenen kichmusikalischen Praxis, wenn das wohl Jess in der Konzerteinkündigung... auftaucht, gibt's immer so gewisse... Huh!
00:15:54: Sollte ich da wirklich hingehen?
00:15:55: Ist das für mich.
00:15:56: Also es gibt offensichtlich in meinem Dunstkreis viele Menschen die sich vorstellen, dass ist wahnsinnig anspruchsvoll.
00:16:01: im Sinne von kompliziert zu hören sehr schräg, sehr kompliziert läuft irgendwann Deutschlandfunk nach zum Drei und verstehe ich auf keinen Fall.
00:16:09: aber es gibt natürlich.. Und auf der anderen Seite sind das Leute, die irgendwie im Urlaub an irgendeiner Basis einen Cocktail schlürfen oder irgendwie Launch Jazz hören.
00:16:16: Ja genau.
00:16:17: Das bewegt sich ja alles darin so und das finde ich das Spannende irgendwie Dass es andockfähig ist an diversen Musikstilen und vielleicht ganz wenig gibt, wo gar kein Jazz drin ist irgendwie auf einer
00:16:29: Art.
00:16:29: Ja, richtig!
00:16:32: Vielleicht eine gute Möglichkeit hier nochmal wieder in ein Stück reinzuhören?
00:16:38: Ja God Is Now ist eine Komposition die sich an einer Kantate von Johann Sebastian Bach orientiert.
00:16:45: im Ablauf Es hat ne neue Choralmelodie aber einen alten Text von Gerd Testigen Gottes gegenwärtig Und es ist für Chor Orgel und Big Band geschrieben, wurde mit der NDR Big Band und Landesjugend Chor Brandenburg aufgeführt.
00:16:58: Und dann ist Stickern an der Orgel.
00:17:01: Das ist für mich in der Tradition der geistlichen Konzerte.
00:17:05: Also ich habe ziemlich strikt eine Kantatenform eingehalten und die siebensätzige Form wird dann auch gespiegelt.
00:17:11: Das Klangbeispiel das ganz kurz jetzt hier aus dem Endteil des siebten Satzes
00:17:16: Ja wir hören rein
00:18:17: Wenn Jess so eine Musikierhaltung ist zwischen den Musikieren, die da sind haben wir in der Gemeinde ja oder im Gottesdienst immer noch eine andere große Gruppe, die eigentlich mit musizieren soll.
00:18:24: So die Gemeinde irgendwie.
00:18:27: Die da ja auch sitzt das ja ein bisschen auf unser Prinzip irgendwie Gemeindebeteiligung zu erzielen und Gemeinde durch Musik zu beteiligen.
00:18:33: Wie funktioniert das bei dir in Suggest Formaten?
00:18:36: In einer Kultur, in der wir leben, die ja nicht hundertprozentig Jess erfüllen ist und sich jetzt hundert prozentig in Jess bewegen kann wie kriegt man das hin?
00:18:44: Sondern deutsche Gemeinde am Jazz zu beteiligen.
00:18:48: Das Kantonprinzip, jemand steht vorne und singt die Lieder mit oder singt sie vor und dann funktioniert es ja.
00:18:55: also an der Orgel verstecken und hoffen dass hier Leute mitsingen ist schwierig das klar.
00:18:59: das heißt ich mache Jays Gottesdienste immer so dass jemand vorne mitsingt ich oder jemand anders und spielt und wenn er Zeit vor hat zu proben umso besser.
00:19:09: aber meine Erfahrung ist jetzt auch da ich diesen Netzwerk Blue Church, über die Jahre viele Musiker kennengelernt haben.
00:19:15: Die mit Jazz in Kirchen arbeiten als Kirchenmusik, dass wir da doch viel Material haben.
00:19:19: Wir haben ein eigenes Liederbuch und viele Lieder, die ich auch sozusagen einem Kirchen-Musiker sofort vorlegen kann ohne Zweifel.
00:19:27: Und die ein Jazz-Musikker dann weiter interpretieren kann.
00:19:29: also wo so die Akkorde... Das finde ich ein ganz spannendes Thema, wo sie die Akkurre eine gewisse Offenheit beinhalten, damit man was machen kann als Jazz-Musicer aber gleichzeitig nicht zu komplex sind.
00:19:39: Das finde ja für das Gesamtboden ein ganz spannendes Thema.
00:19:42: Genau, da habe ich wirklich jetzt mittlerweile doch vier Ressourcen und das Ziel ist immer, dass es für die Gemeinde wirklich Spaß macht.
00:19:48: Ich weigere mich nur wenn jemand sagt, ich will ein Jazz-Gottesdienst machen oder wird einfach die Musik ausgetauscht.
00:19:53: Ich finde, es muss mit den Worten zusammenhängen und die Gemeinden muss Lust haben auch neue Lieder zu singen.
00:19:59: Arbeitet ihr da mit diesem Real Book of Great Hymns was du ja mit herausgegeben hast?
00:20:05: Mit Christoph George?
00:20:06: oder habt ihr sie noch andere Songbücher, die du da verwendest?
00:20:11: Ja, also das war der erste Aufbruch zu gucken.
00:20:14: Es gibt ja Jazzmusiker die dann Chorele harmonisieren und das ist im Prinzip das so... Und das erstaunlicherweise gibt es immer noch Resonanzen, dass mich Leute anfragen.
00:20:23: Das sind mittlerweile vierzehn Jahre alt aber das wird immer irgendwie noch benutzt.
00:20:28: Aber für mich ist es eigentlich schöner jetzt die Lieder von Janne Markt, die ich mit ins Deutsche hab geholfen zu übertragen.
00:20:35: Da kam aus einer Blue Church Konferenz.
00:20:37: solche Lieder bieten wirklich genau diese Offenheit und Weite oder die Musik von Todd Gustafs, der selber aus Kirchenmusik tätig ist.
00:20:45: Das sind für mich so Ansätze wo ich merke, ah da passiert noch mehr!
00:20:49: Denn man darf sich den Worten auch nicht verschließen.
00:20:51: das sehe ich genauso.
00:20:52: also nun koral zu bearbeiten reicht nicht automatisch finde ich damit es vollständig Liturgie wird.
00:20:58: ja
00:20:59: Du hast jetzt schon ein paar mal Blue Church erwähnt.
00:21:01: magst du uns nochmal sagen was das eigentlich is weiß vielleicht nicht jeder.
00:21:05: Also Plutschers ist ein Netzwerk, was sich zusammengefunden hat aus interessierten Team mit Jazz und Kirche arbeiten.
00:21:14: Wir haben das offiziell irgendwann mal gegründet als Netzwerk.
00:21:17: dann gab es eine Homepage die immer weiter geht in der Schweiz weil einige Schweizer oder aus der reformierten Kirche dabei sind und bis heute hat's nach wie vor ungefähr so zweieinhalb bis dreihundert aktive die sich untereinander vernetzen oder regelmäßig Jazz Goddessin zu veranstalten.
00:21:33: Es gibt auch jetzt eine regelmäßige Reihe Münster, die sich auch Jazzkirche Nenti aus diesem Blue Church Tagung tatsächlich hervorgangen sind und genauso schon ganz lange in der Reihe Marburg.
00:21:44: Und in Zürich gibt es eine Jazz-Kirche sozusagen mit twentyfünf Prozent festen Stellenanteil.
00:21:50: also da sind wirklich konkrete Sachen entstanden neben Tagungen und Publikationen
00:21:56: Jazzkirche, Stichwort Jazz-Kirche in Zürich und so.
00:22:00: Das ist interessant.
00:22:01: also wäre das für dich auch so eine Vision dass solche Jazz Kirchen in Deutschland überall entstehen sollen wo der Jazz einfach in der Kirche noch mehr einen festen Ort bekommt?
00:22:12: Also einer würde ja schon reichen finde ich in Bayern.
00:22:15: Ich bin ja zum Beispiel in Bayern jetzt lebe in Bayern und arbeite für die Bayerische Landeskirchen.
00:22:20: Ich würde gerne beruflich mit der S-Zentriert in einer Kirche arbeiten, denn es braucht um diese Sachen zu verstetigen.
00:22:27: Genauso wie bei den Crossburgkirchen auch so ein Experimentierraum wo einen positiven Sinne experimentiert wird dass man wirklich regelmäßig feiert.
00:22:36: Denn ich bin das gewohnt irgendwo besondere Sachen zu machen.
00:22:39: aber ist es viel schöner das ganz reguläre zu feiern und dann langsam mal neu Stück zu entwickeln Künstlerinnen einzuladen dazu.
00:22:48: Klar, das ist schon Wunsch einfach jetzt nicht um alles andere auszuschalten sondern wir leben ja in so einer Zeit wo neu über Kirchenmusik und ihren Raum in Kirchen abgedacht wird.
00:22:57: Und Jess hat da durchaus Vorteile auch von der räumlichen Disposition.
00:23:02: also wir sind da relativ flexibel was die Räume angeht.
00:23:07: Insofern habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben und freu mich wenn das passiert.
00:23:11: Du bist derzeit seit dem Jahr zwanzig Dekanatskantor Genau!
00:23:16: Da machst du aber als kirchenmusiker jetzt gar nicht in erster linie jazz sondern was du auf den tisch kommt oder wie muss ich das vorstellen?
00:23:25: genau also ich bin von der bayerischen dann das kirche angestellt für musik und tourismus und habe den dienst setz im wunderschönen kam in der mitte des bayerischen waldes und dort gibt es viel touristen es gibt viele andachten die draußen stattfinden.
00:23:38: aber jas mache ich hier nicht sondern mach Popmusik macht traditionelle Corella an der Orgel, also alle Sachen die eigentlich unter dem normalen Bogenkirch Musik fallen ohne dass es jetzt so weit weggeht von dem was bekannt ist.
00:23:51: Gleichzeitig bin ich ja jemand der für andere Sachen steht künstlerisch und das passiert zur jetzigen Zeit alles komplett parallel.
00:24:00: Das heißt ich habe Konzerte woanders oder Gottesdienst auch schon mal aus mit Jazz außerhalb Bayerns und gleichzeitig mache ich hier mein Dienst.
00:24:08: Das ist natürlich nicht optimal, aber das ist auch die Realität.
00:24:11: Weil ja auch meine Gemeinden, die ich kenne hier, die möchte ich jetzt nicht umkonvertieren in JS-Gemeinden sondern... Ich mache die Musik mit den Menschen, die da sind und damit wir Gottesdienst feiern, dass wir irgendwie ...JS.
00:24:24: machen!
00:24:24: Das finde ich bei der ganzen Debatte ganz wichtig.
00:24:28: Das ist aber sicherlich, wenn man jetzt bedenkt, siebzig Jahre erster Jazzgottesdienst her?
00:24:32: Vielleicht es ist jetzt an der Zeit, aber es entstehen vielleicht auch tatsächlich Optionen die da sind, wenn man über Kirchenstandorte und Positionierungen nachdenken muss ob da Freiräume sind, die so am Entstehen sind.
00:24:45: Ich war vor zwei Jahren in Kopenhagen.
00:24:47: Da gibt es auch eine Jazzkirche.
00:24:49: oder ist ja die Struktur im Grunde auch das eine Kirche, die man sagt immer aufgegeben vom Gemeinde, Alltag sozusagen dann einfach ne neue Funktion bekommt und ein Experimentierfeld wird.
00:24:59: das glaube ich tatsächlich wichtig aber da habe ich ganz gute Hoffnung dass du was auch der es in der Zukunft entstehen kann, weil wir die Räume ja eigentlich haben.
00:25:07: Ja und ich habe in Gruppenhagen allein dieses Jahr zweimal gespielt in der Brossungskirche und die war jedes Mal voll nicht wegen mir, sondern weil ihr immer gut besucht ist mittlerweile mit einer hoch traditionellen Liturgie und das kamen über dreinhalb Leute zu ihm.
00:25:19: Gottesdienst und da denke ich ja klar dass geht schon aber es braucht ein bisschen den langen Atem.
00:25:25: Genau, die Zeiten sind vielleicht gerade hierzu die richtigen dafür.
00:25:28: Eine Debatte, die uns in Halle auch aufhielt – wir brauchen heute nicht zu betonen dass Jazz diese Wurzeln Gospel im Blues hat das ist alles bekannt.
00:25:35: aber was vielleicht eine Qualität von Jazz ist in unseren Zeiten ist die Integration von Menschen anderer Kulturen weil Jazz so eine Art Weltmusik wirklich ist und auch einen verschiedenen Kulturankliffungspunkt bietet.
00:25:47: Und das ist etwas was ich mir für eine Arbeit in Deutschland mit Jazz vorstelle Das tun, was wir sonst auch tun mit anderen Kulturen als Musikerinnen und Musiker arbeiten können.
00:25:56: Und das auch in die Liturgie tragen können.
00:25:58: Das würde mich sehr freuen!
00:25:59: Das betonen...
00:26:01: Das ist schön.
00:26:02: Das ist eigentlich schon mal ein schönes Schlusswort für dieses Interview aber vorher hören wir auf jeden Fall noch einen Stück von dir.
00:26:11: Nämlich eine Kyrie.
00:26:13: kannst du dazu etwas sagen?
00:26:15: Ja diese Kyrie ist eines der liturgischen Stücke, die ich während meiner Tätigkeit entleibt sich geschrieben habe für Jazz-Antachten.
00:26:24: Und wie das so ist bei solchen Stücken, die entstehen nicht groß am Schreibtisch sondern ich brauchte schnell eine Melodie und ich hab' das jetzt aber so oft auch gestreut dass es gut benutzbar ist.
00:26:33: und was mir bei dem Stück wichtig ist... Es ist ein Lädt bei der Gemeinde, dass die Musik bisschen kommentieren kann.
00:26:40: Man singt das Choreole so dreimal, aber es gibt auch Möglichkeiten, dass die Musik ein bisschen komentierend, solistisch agiert was den Jazz auszeichnet und das verändert schon die Art wenn das mehrmals als Fürbittenruf eingesetzt wird wie die Gemeinde dann interagiert.
00:26:53: man kann auch die Musik laufen lassen dazu improvisieren während gebetet wird und genau das ist für mich jetzt ein Beispiel für die Arbeit mit Jazz in der Liturgie ohne dass es jetzt alles aushäbelt was man so kennt an Regeln.
00:27:07: Wie ich gehört habe, soll das ja auch ins neue Gesangbuch kommen.
00:27:10: Das wäre schön!
00:27:11: Wir hören mal rein.
00:27:55: Genau also ein Jazz-Kyrie von Uwe Steinmetz.
00:28:00: Uwe Klasse dass du heute bei uns im Interview warst.
00:28:03: Vielen Dank für das Gespräch.
00:28:06: es war sehr interessant und ich wünsche dir auf jeden Fall weiterhin viele gute Ideen und tolle Musik die du ja ohnehin machst.
00:28:18: intensiv tätig bist, Musik einmal wieder zusammenzubringen und mit neuen Ideen tolle Musik zu machen.
00:28:26: Was möchtest du noch als Schluss für dieses Interview vielleicht mitteilen?
00:28:31: Bitte!
00:28:32: Der Jazzmusiker Wyntma Salis hat mich noch nicht sehr bewegt.
00:28:36: Er setzt sich in den letzten Jahren verstärkt für Demokratie ein, in den USA und geht mit seinen Studierenden als erstes die Verfassung durch.
00:28:42: was heißt das für euch Musiker?
00:28:44: Und ich habe gedacht dass betrifft uns alle gerade auch an der Kirchenmusik ob wir Pop machen oder alte Musik oder neue Musik oder Jazz.
00:28:52: er sagt Ich sehe mich so weil ihn der Journalist dann fragt naja Geht sie nicht so dass es ein bisschen ermüdend ist jetzt so auch noch Politik.
00:29:00: allen Menschen geht es nicht so gut.
00:29:01: und dann sagt er, warte mal.
00:29:03: Wenn ich Arzt bin und ich gehe in einen Raum und da sind die Leute krank und fühlen sich nicht wohl was mache ich denn?
00:29:09: Lauf ich raus und mach ein Hobby weiter oder bleibe ich da und arbeite mit den Menschen?
00:29:13: Und ich denke das hat's für mich ziemlich auf den Punkt gebracht.
00:29:16: was Jazz auch immer war ist eine Musik die Hoffnung hat und mit dem was da ist konstruktiv kreativ arbeitet.
00:29:23: Und das wünschen wir uns einen für die, die aktiv Musik machen in Gemeinden.
00:29:27: Dass wir wissen, wir sind eigentlich mit der Ärzte, die mithelfen, dass der Spirit bleibt und die Hoffnung.
00:29:32: Ja.
00:29:34: Vielen Dank Uwe Steinmetz!
00:29:35: Alles Gute und bis zum nächsten Mal.
00:29:39: Tschüss,
00:29:40: tschüß!
00:29:41: Vielen Dank.
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