Fritz Baltruweit im Gespräch (S01/E17)
Shownotes
Mehr über Fritz Baltruweit
„Couragiert widerständig“ (Musik: Fritz Baltruweit, Text: Lothar Veit)
„Freunde, dass der Mandelzweig“ (Musik: Fritz Baltruweit, Text: Schalom Ben Chorin
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00:00:06: Herzlich willkommen zum Podcast Pop-Ghost Church.
00:00:08: Wir sind
00:00:09: Hartmut Naumann, ich leite das Popularmusikzentrum in Hannover
00:00:14: und Stefan Reinke Kantor im Zentrum für Popularmusik in Itzehoe.
00:00:17: Ja wir unterhalten uns in unser Podcast über neue Lieder und die Entwicklung von Popular Musik in der Kirche.
00:00:25: Und jetzt geht's los!
00:00:30: Herzlich Willkommen zu unserer neuen Folge.
00:00:32: Hallo Hartmut.
00:00:33: Hallo Stefan
00:00:34: Und wir sind heute nicht zur Zeit, wir sind zu dritt.
00:00:37: Wir wollen mal wieder ein Interview machen und wir haben zu Besuch Fritz Baltruweit einen der ganz bekannten Liedermacher lange im Geschäft, ganz viele Lieder geschrieben, im Gesangbuch drin in Kirchentachseften drin überall drin könnte man sagen Hallo!
00:00:54: Ja schön dass du da bist.
00:00:56: wir wollen ein bisschen sprechen über dein dein Werk und deinen Zugang zu Liedern und wollen vielleicht mal Biografe, wir fangen mal an mit der Biografie.
00:01:04: Du bist ja Theologe erst einmal vom Haus aus und stehst in einer großen Tradition im Grunde von Dichtenden Theologen dann eigentlich.
00:01:13: Kannst du mal sagen wie es dazu gekommen ist?
00:01:16: Also bisher nicht zwingend dass man anfängt Lieder zu dichten.
00:01:19: Wie kam's?
00:01:20: Ja
00:01:21: also eigentlich war die Musik zuerst da.
00:01:23: Als Kind war ich schon im Knam-Kohanova und habe die Werke von Johann Sebastian Bach hoch und runtergesungen.
00:01:30: Mit der Hamoll-Messe sind wir auf Tournee gegangen usw.
00:01:33: Das habe ich für die Muttermilch sozusagen eingesogen, und als ich dann im Stimmbruch war, habe ich dann die Gitarre meiner Schwester entdeckt und hab mit fünf Griffen erst mal die Mundorgel hoch und herunter gespielt bis ich Gitarren spielen konnte ein bisschen so.
00:01:47: Ich war auch bei den Fahrtfindern Lagerfeuer und so Und damals wurde uns bei den Fahrtfindern einmal ein Liedermacher vorgestellt.
00:01:57: Der hieß Reinhard May und da waren wir, weiß ich, dreizehnt oder vierzehn vielleicht?
00:02:05: Das fanden einen Fahrtfinder freundlich so interessant dass wir auch Lieder gemacht haben beim Altstadtfest in Hannover gespielt haben usw.
00:02:14: Irgendwann bin ich darüber dann auch sozusagen in die Gottesdienste gekommen und habe im Gottesdienst auch gespielt.
00:02:23: Das war aber alles noch sozusagen vorm Studium, dann habe ich Theologie- und Musikwissenschaften und Musik an der PH, so hieß das damals, in Göttingen studiert und war irgendwann aber klar wie eine Schallmauer, die durchbrochen ist dass sich Pastor werden wollte Und hinterher hat das sich aber herausgestellt sozusagen, dass es ein Glück war, dass ich in meinem ganzen Berufsleben und darüber hinaus natürlich Musik- und Theologie miteinander verbinden konnte.
00:02:54: Das ist ein großes Geschenk!
00:02:57: Also du bist erstmal tatsächlich von der Musik herangekommen.
00:03:00: Reinhard May, Hannes Wadert sind so Leute mit denen auch deren Lieder du wahrscheinlich am Anfang erst mal nachgespielt hast.
00:03:08: Muss man sich das so vorstellen?
00:03:10: Ja, spiel ich bis heute zum Teil nach.
00:03:13: Und die waren damals in den Sechzigerjahren alle in Hannover.
00:03:17: da gab es so eine Rotation nannte sich das also von einer neuen Presse in der alte Halle weil sie umgezogen war nach Kirchrode und dann zwar in der Stadt Mitte am Steintor und da traten die alle auf und zwar kostenlos.
00:03:31: Also für die Leute die dahin kamen nicht.
00:03:34: Also Reinhard May, Hannes Wader, Insta-Book und Co.
00:03:37: Die ist alle heißen War sehr inspiriert.
00:03:39: Ja,
00:03:40: okay das hatte ich ja musikalisch ja sehr inspirierter bis heute.
00:03:43: also wenn man deine Lieder hört und sich damit beschäftigt dann findet man ja viele Ja, ich würde nicht sagen parallelen.
00:03:50: Aber doch den Stil hast du schon über die vielen Jahre auch zu beibehalten?
00:03:55: Kann man das so sagen?
00:03:56: Ja und doch das kann man schon auf jeden Fall so sagen.
00:03:59: Man muss aber auch sagen also wenn ich mir einige Knamenkuraufnahmen anhöre im Nachhinein, die wir ja auch damals aufgenommen haben... Also waren ja auch Volksliter dabei oder Weihnachtslitern.
00:04:11: Die haben auch sehr wortbetont die Sachen gesungen und aufgenommen.
00:04:17: Also was weiß ich, diese kurzen Endselben?
00:04:18: Und also deutlich und was weiß Ich und also da habe ich auch viel mitgenommen dass los das andere fällt natürlich mehr auf.
00:04:27: Es hätte ja im Prinzip zu sagen könntest man sagt ich mache weiter Musik und ich bin Theologo oder Pastor und ich schreibe gar nicht unbedingt eigene Lieder oder eigene Melodien als ich.
00:04:36: man könnte ja eine parallelexistenz sozusagen musizieren haben.
00:04:40: Wann kam dann so dieser Schritt zu sagen, ich spiele jetzt nicht nur nach oder spiele das Repertoire von anderen Leuten sondern ich mache eigene Sachen?
00:04:47: Das war eigentlich schon... Ich hatte zu meiner Schulzeit so.
00:04:50: Also mein Musiklehrer hatte mich da auch ermutigt selber was zu schreiben habe auch in Konzerten bei uns im Kaiser Wilhelms Gymnasium dann Lieder gespielt, wo sonst nur klassische Sachen gespielt wurden und so.
00:05:03: Das war auch schön!
00:05:04: Und da hat er mich ein bisschen an die Hand genommen und ich habe zunächst immer wieder Sachen vor allen Dingen zunächst mal vertont.
00:05:12: Auch von irgendwelchen Dichtern, zum Beispiel Georg von der Wring singe ich heute noch das sogenannte Nachtlied.
00:05:18: Also wunderschöne Sachen.
00:05:20: und dann habe ich im Frankfurter Kirchentast-Liederheft in den Neunzeitfünben-Siebzig zwei Lieder entdeckt wo nur Texte abgedruckt waren und das eine war wo ein Mensch Vertrauen gibt Und das andere war vom Friedenreden und die habe ich beide vertont.
00:05:35: Vom Frieden-Reden ist es bis zur Mundorge gelandet, wo ein Mensch Vertrauen gibt, der selber was übergelandet ist nicht.
00:05:43: Das war in den Sieben siebzig, dass ich die Sachen geschrieben habe.
00:05:47: Da habe ich zwar schon studiert aber so habe ich mich da sozusagen angesetzt und dann brauchte man irgendwann für irgendwelche Themen, für irgendwellche Sachen eben auch Lieder, wo es nichts gab Und dann habe ich mich häufig selber hingesetzt.
00:06:04: Und was später noch dazu kam, ist... Ich bin ja sehr stark in der ökumenischen Bewegung auch tätig gewesen.
00:06:12: Also ich war zum Beispiel bei der Weltkirchenkonferenz in Wengkuh, in einem interkontinentalen Musikteam, das die Konferenz begleitet hat.
00:06:21: Das war also hochinteressant und seitdem spätestens bringe ich immer wieder Lieder aus anderen Ländern nach Deutschland sozusagen und da habe ich auch häufig Texte gemacht.
00:06:33: Und interessanterweise sind ja im neuen Gesangbuch dann also auf jeden Fall, Ich sing dir mein Lied vertreten.
00:06:41: das ist... Da hab' ich ja auch nur den Text mit Barbara Hustett zusammen gemacht und die Sonne sinkt ins Meer ist glaube ich auch drin.
00:06:47: Das aus Island hab', ich auch den deutschen Text zugemacht.
00:06:50: Im katholischen Gotteslob ist du besteiligt, übrigens Teil.
00:06:53: Ich habe auch einen deutlichen Text gemacht und es ist interessant das im Gesangbuch überproportional Texte von mir zu finden sind im Verhältnis zudem wie sonst bei mir so vom gesamten her aussieht nicht?
00:07:06: Sonst ist es glaube ich so dass sich bei einem Drittel oder etwas mehr der ganzen Lieder die Texte selber gemacht haben.
00:07:14: Du hast ja, zumindest habe ich das so gelesen über tausend Lieder geschrieben in dieser Zeit.
00:07:21: Also da ist ja einiges zusammengekommen und du sagst die meisten davon sind eigentlich Vertonungen anderer Autoren, also Texte darin... Und du hast auch dich das richtig gelesen haben viel an solchen Liederwerkstätten?
00:07:36: Teil genommen so, zum Beispiel diese Gruppe Takt und die Textautorinnen und Komponisten-Tagung der AGM.
00:07:43: Da war es tut glaube ich auch oft aktiv.
00:07:47: Kannst du mal sagen was vielleicht an dieser Arbeitsweise so Interessantes in solchen Liederwerkstätten mit Kollegen zusammen zu sein?
00:07:54: Und da kommt man natürlich dann mehr oder weniger automatisch dahin dass man andere Texte vertont und so... Was ist denn daran das Inspirierende?
00:08:04: Also ich bin ja seit Ende der siebziger Jahre sozusagen bei solchen Liederwerkstätten dabei gewesen.
00:08:10: Ich glaube, dass mich Jochen Schwarz mal irgendwo hinvermittelt hat.
00:08:15: Der hat diese Werkstätte damals auch geleitet und zunächst einmal das interessanteste war natürlich tolle Leute kennenzulernen sowohl was die Texte ist als auch was die Komponisten angeht.
00:08:29: Das war schon äußerst spannend.
00:08:32: Es ist ja so eine total kreative Atmosphäre auch in solchen Camps, hätte ich bei einer gesagt und so eine Anmutung hat es.
00:08:41: Da war ich dann immer in der Komponistengruppe sozusagen.
00:08:45: Es gab immer eine Texta-Gruppe oder eine Komponnistengruppen Und die Texte wurden dann immer aufgehängt, die fertig waren und dann konnten wir das dann vertont.
00:08:57: Dadurch bin ich natürlich in so eine Schiene gekommen, dass ich auch sehr viel mehr von anderen vertont habe als ich selber geschrieben habe.
00:09:07: Wenn ich einen Text schreibe... dann taucht das vielleicht eine Woche oder noch länger, also ich brauche wesentlich länger für einen Text den vernünftig hinzukriegen als für eine Melodie.
00:09:19: Die fliegt mich einfach an.
00:09:23: Diese siebziger Jahre ist ja die Zeit wo das noch nicht so etabliert war letztlich in allen Bereichen von Kirch.
00:09:29: wir haben auch schon in einzelnen Folgen drüber gesprochen.
00:09:32: Jetzt klingt das alles so umgesangen, rund im neuen Gesangbuch werden diese ganzen Sachen drin sein.
00:09:36: Aber das ist ja durchaus nicht unumstritten gewesen überhaupt dieser Art von Musik in Kirchenkontexten zu machen.
00:09:42: Wie hast du das empfunden?
00:09:43: Also wie ist man dir begegnet aus der vielleicht etablierten Kirchenmusik?
00:09:47: Hat man gesagt, es ist irgendwie der Pastor, der auch Melodien schreibt oder war das gleich ein gutes Miteinander?
00:09:53: oder wie hat sich das so dargestellt?
00:09:54: und das war äußerst unterschiedlich.
00:09:57: also
00:09:58: Ich habe am Anfang, oder relativ am Anfang gleich eine sehr positive Erfahrung gemacht.
00:10:02: Da hatten wir das Forum Armbau in Nürnberg beim Kirchentag Neunzehn-Siebzig gemacht und begleitet musikalisch.
00:10:09: Und bei dem Feierabendmal da war der Organist der Lorenzkirche dabei, da waren traditioneller Chor dabei Und wir eben.
00:10:21: Das ergänzte sich wunderbar, also es war eine wunderbare, gegenseitig belebene Atmosphäre und wenn ich mit Uwe Seidel und seinen Leuten da zusammengearbeitet habe – die nicht Christoph Lehmann, der war ja der Organist auch – auf dieser Ebene hab' ich sehr positive Erfahrungen immer wieder gemacht bei uns wo ich Gemeinde Pastor war.
00:10:42: Da waren C-Organisten Und der hat dann bei uns in der ... Ich sollte gleich die Songgruppe übernehmen, als ich da Pastor wurde.
00:10:50: Weil die ja wussten, dass sie auch Musik machen.
00:10:52: Dieser C-Organist hat dann mit Klavier gespielt und so.
00:10:56: Also da ging das auch oder an einer Marktkirche.
00:11:00: Das ist meine Heimatkirch in Hannover, wo ich aufgewachsen bin.
00:11:04: Da hab' ich zeitweise am Bachkorb mitgesungen.
00:11:07: Und von unserer Musikgruppe aus, die wir damals hatten waren wir drei Teenöre Und der Bachkoa, der konnte wenn wir ihn auftritt hatten, konnte er nicht auftreten.
00:11:19: Ja ist das die Normale!
00:11:23: Das hat natürlich auch zu gewissen Respekt geführt bei dem Kirchenmusik.
00:11:29: also sind immer wieder positive.
00:11:30: aber die anderen Erfahrungen gibt es natürlich auch nicht dann wo es wirklich total schwierig ist oder ich erlebe ja auch dass Kantoren versuchen auch durchzusetzen Auch per Kirchenvorstandsbeschluss, dass überhaupt keine neuen Lieder gespielt werden und solche Sachen.
00:11:45: Das gibt es ja bis heute also fast jedenfalls.
00:11:48: Und diese Ebene kenne ich auch, also besonders am Anfang da wo sozusagen das noch alles viel umstritten war was wir gemacht haben.
00:11:59: Ich hatte im Großen und Ganzen das Glück, dass ich immer in Umfeldern gearbeitet habe, die Leute gesehen haben anders als mit neuen Liedern.
00:12:08: Also auch mit neuen Niedern geht's eben nicht Und die brauchen wir in unserer Kirche.
00:12:13: Ich hab als Pastor auch immer, also in den Achtzigerjahren ... In meiner Gemeinde bin ich immer im Talar und mit Gitarre aufgetreten.
00:12:22: Hat sich zwar ab und zu auch mal jemand drüber aufgerichtet beim Landeskirchenabwisch wert aber eigentlich war ich dadurch eher ein Sympathieträger bei dem Teil.
00:12:33: Aber würdest du insgesamt, wenn jetzt so die zurückliegenden Jahrzehnte was dieses Thema angeht überblickst Hast du da einen Eindruck, dass es insgesamt zu einer größeren Akzeptanz von populärer Musik in der Kirche gekommen ist?
00:12:47: Oder sozusagen... Da gibt's noch so viel Luft nach oben.
00:12:51: Das muss eigentlich noch viel stärker werden.
00:12:52: also Wir kümmern uns ja an unserem Podcast ein bisschen darum um die Entwicklung von Popularmusik in der kirche.
00:12:58: jetzt eigentlich angefangen.
00:12:59: Es ist weitergegangen.
00:13:00: was gibts heute?
00:13:02: und wir sind natürlich da sehr interessiert an deiner Einschätzung im Verhältnis zur traditionellen Kirchenmusik.
00:13:10: Wie siehst du das?
00:13:12: Also es hat ja sehr lange gedauert, bis Leute wie ihr auch in Positionen war.
00:13:19: Das muss man schon sagen also bei uns in der Landeskirche auch und ich da gab's zwar dann einen Jochen Schwarz und ein Wolfgang Teichmann aber die waren alleine auf weiter Flur sozusagen und dann gab's eben paar Musikgruppe oder Leute so wie ich die dann sowas auch machten nicht.
00:13:34: aber institutionalisiert wurde es ja alles sehr spät.
00:13:38: Und also heute will ich sagen, sind wir da ganz gut im Rennen.
00:13:44: Ich würde sagen von der Ausbildung her und von dem was die Einzelnen machen, naja... Da könnte es noch mehr, also könnte es auch noch besser werden.
00:13:55: nicht weil wir ja als Menschen die neue geistliche Dir machen einfach auch gut sein müssen.
00:14:02: Und damit wir sozusagen mit dem gleichen Anspruch dann auch sowas machen können wie die traditionellen Kirchenmusiker, nicht?
00:14:10: Allerdings sehe ich auch das Feld wesentlich durchlässiger geworden ist.
00:14:14: Es gibt relativ wenige Kirchen- und Kirchen Musikerinnen, die nur alte Sachen machen.
00:14:20: Also es gibt sehr, sehr wenige, die Gesangbuch-Liedern nicht alle spielen.
00:14:27: Das ist eben nur die Frage wie sie Lieder spielen.
00:14:30: Und viele ... Ja!
00:14:32: Das war eigentlich immer so eine Passion mein ganzes Leben lang den Leuten zu zeigen, wenn ich ja Guck doch mal, wie ist denn der Spine?
00:14:40: Also die Ausrichtung von so einem Blied.
00:14:42: Und wenn ich singe er ist erstanden Halleluja aus Tansania nicht dann kann ich das ganz schnell natürlich mit einer Orgel oder was weiß ich wie kaputt machen.
00:14:51: Nicht da gehört einfach per Kaschen hin.
00:14:55: Ich begleite das bei mir.
00:14:56: also wenn wir auf Borkummer mache ich öfter Urlauber Seelsorge und wenn man das dann Ostern spielen Das ist auch ein hervorragender Organister, wir machen das dann zusammen und zwar erstmal im Wechsel-Orgel Klangholz.
00:15:09: Dann auch zusammen nicht aber dann haben die ganz anderes Gefühl bei dem Lied.
00:15:13: Und dieses Gefühl brauchen wir übrigens auch nicht nur bei unseren neuen geistigen Liedern sondern was ich in dir freue oder sowas.
00:15:22: Das ist eine Renaissance Tanz.
00:15:24: den muss man eigentlich auch entsprechend spielen.
00:15:26: damit.
00:15:27: da habe ich auch eine ganze Strecke von dem, was ich gemacht habe.
00:15:31: Ich hab in der Reformationsdekade über dreihundert Veranstaltungen gemacht mit geistlichen Volksstilen, wo diese ganzen Sachen vorkamen.
00:15:40: und dann sagt die zum Teil wie so, das klingt ja ganz modern.
00:15:45: Das klingt nicht modern, es klingt so wie früher, wie es gemeint ist.
00:15:50: Also das zieht sich eigentlich... durch die ganze Hymnologie, durch die gesamte Gesamtbuchgeschichte.
00:15:55: Dass wir eigentlich viel stärker gucken müssen.
00:15:57: ja wie sind denn eigentlich die Sachen gemeint?
00:15:59: Wie ist die Atmosphäre der einzelnen Lieder und dann wird es auch wieder lebendig oder wird überhaupt lebendlich.
00:16:07: Und da bist du mit der Studiegruppe Baltruweitz dabei so viele Sachen dann auch rhythmisch entsprechend aufbereitet zu spielen also mit deiner Band quasi oder wie muss man sich das vorstellen
00:16:18: Ja genau, wobei inzwischen also in den letzten zehn Jahren sind wir oft zu dritt, zu viert oder so.
00:16:24: Also auch immer mit denselben, denn das ist aber nicht mehr Studiogruppe sondern da sind doch die einzelnen Künstler oder Künstlerinen dabei sind.
00:16:32: Klar brauchen wir sozusagen wenn wir sowas aus der alten Tradition Ressence und diese Luther-Geschichten machen dann brauchen wir paar Kaschen, das ist völlig klar, nicht?
00:16:43: Aber dann ist es auch eine Geige dabei, ist ne Hafe dabei Flöte Keyboard, also ich meine eigentlich.
00:16:49: Mitte der eiltheitliche Handorge haben auch dabei solche Sachen nicht.
00:16:53: Aber es sind dann eigentlich mehr die einzelnen Künstler.
00:16:57: Deswegen sind wir ein bisschen von der Studiogruppe weggekommen mit den Jahren oder Jahrzehnten.
00:17:03: aber im Prinzip ist immer noch das sehr was wir machen oder so ähnlich.
00:17:06: Ein bisschen mehr Parkaschen orientiert, nicht so schlagzeugorientiert wie in den achtzigeren oder neunziger jahren.
00:17:14: und Aber das kann auch mit meinem Alter zu tun.
00:17:20: Wenn du so auf diese ganzen Lieder guckst, die du so gemacht hast und gibts da eins, wo du sagst, dass es irgendwie so... Da bin ich richtig stolz drauf, dass mein Lieblingslied von mir selbst nicht so einfach die Frage vielleicht aber vielleicht gibt's das ja doch wenn man sagt, das ist jetzt wirklich...
00:17:33: Ja, ich habe immer unterschiedliche Lieblungslieder.
00:17:35: Ich, das Jüngste gehört auch meistens dazu als jüngste Kind in Anführungen.
00:17:41: Das also im Augenblick.
00:17:43: Wir haben gerade vor kurzem ein Lied für die diesjährige Friedensdekate gemacht, Lothar Fajt, Text und ich Musik.
00:17:51: Und das ist im Augenblick eins was mir sehr am Herzen liegt.
00:17:55: und überall wo ich das spiele... Also ich habe ungefähr neunzig Veranstaltungen im Jahr und überall, wo ich da spiele dann merke schon dass das sozusagen die Situationen trifft, weil das eben heißt kuragiert widerständig.
00:18:12: Das Motto dieses Jahr und da sind natürlich die Probleme dieser Welt auch in dem Lied drinnen wie in vielen von meinen Liedern Und dann merkt man ja, sprich den Leuten aus der Seele
00:18:28: Ja, dann lass uns doch hier am besten mal reinhören in deinen neuen Song.
00:18:42: Wer
00:18:42: anders ist, den darf man hassen.
00:18:46: Wer fremd ist soll das Land verlassen?
00:18:50: Das hat uns überrannt!
00:18:54: Wo bleibt der Widerstand?
00:18:58: Gott du gibst uns nicht den Geist.
00:19:02: Der Furcht vor der eigenen Courage Du wichst in uns die Kraft Und der Leben, der Besonnenheit und Leerückschläge gehen weiter.
00:19:30: Was gilt das Lebensrecht?
00:19:34: Wir wollen gleiches Recht für alle.
00:19:38: Noch sitzen
00:19:39: wir nicht in der Falle.
00:19:42: Es liegt in unserer Hand des Stamm.
00:19:51: Du gehst uns nicht den Geist.
00:20:07: Das ist eines, was mir so im Augenblick sehr am Herzen liegt.
00:20:10: Und dann gibt es eine ganze Reihe nicht, die ich sehr gerne singe.
00:20:15: Übrigens Gott gab uns Atem und Freunde der Mandelzweig gehört immer noch dazu.
00:20:20: Oder das Lied jeder Mensch braucht einen Engel Da merke ich auch, wie das die Leute zum Schwingen bringt und mit Singen bringt.
00:20:27: Und dass es ja auch etwas Wunderbares ist.
00:20:30: Eigentlich bin ich aus Berufung auch Pastor geworden aber ich hätte ja als Pastor sozusagen tingeln können durch die Gemeinden, wie in den Achtzigerjahren noch häufiger Gruppen gemacht haben.
00:20:42: Dann bin ich doch lieber Gemeindepastor geworden weil ich Angst hatte wenn ich dreieinhalb Mal im Jahrfreunde der Mandelzweig singen muss, dass mir das dann aufs Mal raus hing!
00:20:52: Und also eigentlich fand ich dann sozusagen so mein Weg auch besser und ich konnte ja immer das Wunderbar miteinander verbinden.
00:21:01: Erstaunlicherweise habe ich mir solche Lieder immer noch nie übergesungen, ne?
00:21:06: So viele Jahre.
00:21:07: Ja finde ich, genau wenn man auf seinen Werkstück zurückkommt und sagt so dass sind alles stehe ich voll dazu.
00:21:12: Also für mich finde ich immer noch gut.
00:21:13: Das ist ja nicht vollkommen selbstverständlich, dass man das so sieht.
00:21:17: Du hast schon gesagt es vielleicht dieses Jetzt nicht mit meinen Liedern durch die Welt zu tingeln und ständig auftreten zu müssen, schon auch vielleicht ein Kraftquä oder auch eine Hilfe ist.
00:21:26: Um Lieder zu machen würde ich sagen dann Pastoren sein in der Gemeinde oder dann ja auch im übergemeintlichen Stellen.
00:21:32: Ist ein wichtiger Faktor da noch gewesen?
00:21:34: Also glaubst du das ist irgendwie dein... Man ist ja Dichter an der Praxis nochmal vielleicht drin als wenn man als Auftretender Künstler unterwegs ist uns ein eigenes Liebprogramm darstellt.
00:21:46: Also in der Gemeinde war das auf jeden Fall so.
00:21:48: Da haben wir natürlich auch tolle Sachen, da haben wir Musiktheater selber geschrieben und gemacht verkehrte Welt oder zu Weihnachten.
00:21:56: Aber natürlich ist man dann total an der Praxis dran und durch die Dienste, die ich dann hinterhergemacht habe sind natürlich auch immer wieder Sachen an mich herangetragen worden.
00:22:07: Ich hab zum Beispiel bei uns in der Landskirche Die liturgische Dimension der Dekade Gewaltüberwinden begleitet nicht mit, was ich, EKD Friedensgottesdienst und so weiter.
00:22:18: Und all der Friedensdekade mitgemacht usw.
00:22:21: In der Luther-Dekade habe ich auch ganz viel dienstig sozusagen gemacht und bin da auf Sachen gestoßen worden.
00:22:28: Da wäre ich wahrscheinlich als Künstler gar nicht so schnell drauf gekommen.
00:22:32: Und das war schon inspirierend.
00:22:35: Ich muss sagen, ich bin dann auch seit Jahrzehnten in die Urlauberseesorge eingestiegen auf Borkum und das war immer so ein bisschen Gemeindeersatz für mich.
00:22:46: Das merkte ich auch.
00:22:49: Die Karns waren aus ganz Deutschland aber ich war ganz nah dran an den Leuten sozusagen.
00:22:54: Eine ganz andere Erfahrung war wieder In der Reformationssommar in Wittenberg, da habe ich im Jahr zehntzehn Wochen mitgemacht.
00:23:04: Und da haben wir alle Sachen draus gemacht.
00:23:06: aber das war genau das Richtige.
00:23:08: also weil viele Menschen dort nie eine Kirche gehen würden Und da muss es eben dann auch wirken und sein Weg machen, also das was wir machen.
00:23:21: Ich meine kann man nicht alles machen aber damals eben auf funktionieren.
00:23:24: und da hat mir war die Idee von mir mit dem Abendsegen auf dem Marktplatz haben wir den jeden Abend gemacht in Wittenberg.
00:23:32: Haben wir mit fünf drei sie angefangen und am letzten Tag am zehnten Dezember war dann bei tausend Fünfhundert aufgehört.
00:23:38: Nicht?
00:23:38: Das war eine Institution und solche Sachen die dann wachsen vor Ort, so was kannst du natürlich, wenn du da hier und da bist.
00:23:48: Und dort das kannst du natürlich auch gar nicht erleben.
00:23:50: Nicht eine wunderbare Geschichte.
00:23:53: Ja ich glaube es ist auch ne große Stärke des Repertoires.
00:23:55: Das ist glaube ich eine große Herausforderung die Popularmusik insgesamt heute hat.
00:23:58: Diese Lösung auf der einen Seite den sehr professionellen Anspruch zu haben aber ja schon noch eine Rückbindung an die Verwendbarkeit im kirchengemeintlichen Kontext durch normale Menschen und vielleicht auch Gemeindebands irgendwie zu haben.
00:24:08: Das glaube ich ein wichtiger wichtiger Schritt, wo ich glaube, wo man auch aufpassen muss.
00:24:12: Dass das nicht bei allem was nötig ist an Professionalisierung, dass es nicht diese Basisorientierung verliert weil sonst kann sich's leicht abkoppeln finde ich.
00:24:21: Das finde ich auch.
00:24:22: und also was in mir selber besonders wichtig ist ja das Miteinander singen.
00:24:28: Also das habe ich auch von solchen Leuten gelernt wie Jochen Schwarz und Herbert Boyalle Techniken, wie man funktioniert zusammen zu singen und was ein Lied ausmachen muss.
00:24:41: Dass es auch funktioniert mit dem gemeinsamen Singen.
00:24:45: Und das ist auch so eine Passion von mir geworden weil ich finde da passieren Dinge die kann ich nicht alleine.
00:24:52: Die kriege ich alleine nie so hin.
00:24:53: Ich kann zwar toll auftreten, toll machen aber selbst wenn's dreißig sind die einfach los singen bin ich geschweige denn beim Kirchentag dann drei tausende in der Halle oder wie vieles auch immer sind.
00:25:04: Da entsteht eine Atmosphäre, ein Gefühl.
00:25:07: Auch ein Glücksgefühl der Leute.
00:25:09: Das kann ich alleine überhaupt nicht machen und das ist eine ganz tolle Sache, ein Geschenk.
00:25:14: Und bis zum heutigen Tage sehr wichtig.
00:25:18: Ja,
00:25:19: ist toll!
00:25:20: Das finde ich auch toll.
00:25:21: Das finde Ich auch wirklich ein sehr starkes Merkmal deiner Lieder dass sie dass sie sehr einladend zu Mitsingen sich eignen.
00:25:28: Und man merkt die Resonanz auch aus der Erfahrung, die du bei großen Mitsinge-Veranstaltungen so was machst und gemacht hast.
00:25:36: Diese Resonance merkt man auch in deinen neueren Liedern sozusagen.
00:25:40: Das ist eigentlich das finde ich jedenfalls das besondere Merkmal deiner Stücke.
00:25:45: Ich habe nochmal eine Frage zu dem Thema Friedensdecade und das ist vorhin gesagt, dass du im Bereich von Friedensaktivitäten da auch vieles gemacht hast.
00:25:56: In den nachtziger Jahren war es ja auch sehr stark beim Kirchentag präsent, beim Kirchentag kannst du auch viele machen, vielleicht kann man auch sagen der kirchentags Soundest durch dich mindestens mit geprägt wurden.
00:26:08: Würdest du siehst du Unterschiede zum Umgang mit dem Friedensthematik damals?
00:26:14: Also in den nachtsigern Stichwort Friedensbewegung und heute, wo wir ja das Thema auch wieder sehr stark auf den Tisch haben.
00:26:21: Also siehst du da Unterschiede oder ist es nochmal ein ähnliches Engagement für Frieden was wir in der Kirche heute haben?
00:26:30: Ich glaube es ist schwieriger geworden heute und viel differenzierter in Anführungsstichen nicht.
00:26:36: also in den achtzehn Jahren gab's den NATO-Doppel beschluss Und da gab es sozusagen die West-Deutschland, da gab's die DDR.
00:26:45: Also ich durfte Musik machen zum Beispiel an dem Abend in Wittenberg beim Kirchentag im September neunzigzehn achtzig als so ein Schwert umgeschmiedet worden ist in eine Flugschar was dann sofort in der Tagesschau war erfreulicherweise und was eigentlich zu dem Symbol auch der Friedensbewegung, der DDR dann geworden ist.
00:27:10: Nicht in der DDR war die Friedens- bewegung fast noch stärker als bei uns aber bei uns waren eben auch diese Riesendemonstrationen und so weiter und da war irgendwie die Sache klar.
00:27:22: Heute nicht da ist der Krieg in der Ukraine und was weiß ich alles.
00:27:27: also... Da ist es mehr so einfach eine ganz klare, pacifistische Einstellung zu haben.
00:27:34: Also finde ich ehrlich gesagt auch also da ist schon die Frage ja wie dürfen die einen die anderen einfach überfallen und man macht es nichts dagegen?
00:27:45: Ich dann sage natürlich die pacifischen Deute Naja Kriege ändern auch nichts und wir müssen das anders machen.
00:27:52: Das ist ja auch viel Wahres dann, aber so einfach ist es heute auch nicht mehr.
00:27:57: sozusagen und das macht sich eben in der ganzen Ausrichtung der Friedensbewegung auch bemerkbar dass es ein schwierigeres Feld geworden ist und das ist sozusagen aber nur eine Seite der Medaille.
00:28:10: die andere ist ja diese Individualisierung viel stärker fortgeschritten ist.
00:28:15: damals So hatte ich das Gefühl, in den achtziger Jahren da war so ein vielmehr noch so ein Gesamtgefühl.
00:28:22: Nicht wir müssen jetzt zusammen was machen.
00:28:25: Heute ist dann eher die Sache Na ja... Was können wir schon machen?
00:28:28: Und dann macht jeder irgendwas Und so.
00:28:32: und diese gemeinsamen Erfahrungen.
00:28:35: Das war ja auch eine tolle, nicht nur ein tolles Symbol, sondern auch eine gemeinsame Erfahrung dieser Umschmiedung eines Schwertes, eines Fluchschahs dieser ganze Abend mit Friedrich Schorlemmer und Co.
00:28:48: Da waren zweitausend im Lutherhof da waren zwar ganz viele Stasi-Leute aber es waren eben auch unheimlich viele Friedens bewegt und das hat die getragen sozusagen dann wieder Solche so was brauchen wir eigentlich, damit das funktioniert auch mit der Friedensbewegung.
00:29:04: Das ist alles doch sehr viel kleiner im Arm dick geworden und den letzten Aufbruch in der Richtung, den wir erlebt haben waren die Dinge mit den Fridays for Future Demonstrationen.
00:29:18: da ging ja nochmal richtig fast los.
00:29:21: Ist aber auch überhaupt nicht mehr so wie ... wie am Anfang.
00:29:25: Ich, heute müssten eigentlich ständig auf der Straße sein um für Demokratie einzustehen.
00:29:33: nicht die AfD wird immer stärker und wir sitzen zu Hause.
00:29:37: also jedenfalls müssen wir viel mehr machen und dann würden sie sich vielleicht auch viel mehr bewegen wenn es dann so größere Gemeinschaftserfahrungen gäbe.
00:29:48: Das macht sich scheinbar immer mehr Resignation unter den Leuten breit.
00:29:53: Aber Musik kann ja letztendlich auch aktivieren, also das ist ja auch deine Erfahrung dass man eben Themen setzt und gerade im Miteinander sozusagen ein Miteenander vielleicht schafft oder konstruiert was dann eine gewisse
00:30:07: Kraft
00:30:08: entwickelt in verschiedenen Themen die es anzugehen gilt Klimawandel Frieden wir haben so viele Ich lebe heutzutage.
00:30:19: Also wo man jetzt mit Musik ja keine Lösungen schafft, aber wo man mit Musik fokussieren kann und vielleicht Überzeugungsarbeit leisten kann.
00:30:30: Der Unterschied finde ich es oftmals auch so textlich.
00:30:32: Man hat sich in den Achtigen eher getraut, glaube ich eine vergleichsweise ja vielleicht naiv anmutende Hoffnung irgendwie dann doch... doch mal zu singen.
00:30:41: Und heute ist das so ein Großzynismus eigentlich, bisschen gewichen, dass man sagt, es wird sowieso nicht so.
00:30:46: Also sie ist einfach mal... Ja, es ist ein bisschen die Utopie verloren gegangen vielleicht, ne?
00:30:50: Weil man realistischer sein will oder weil auch immer und weil wir tausendmal enttäuscht geworden sind.
00:30:55: aber dieses einfache also Bewegung brauchen ja auch Sounds und Slogans eigentlich.
00:31:00: Aber so eine Sloganhaftigkeit traut man sich heute glaube ich im Text weniger.
00:31:04: Na ja klar!
00:31:05: Wieschall Overcome oder so, das waren natürlich auch unter anderem so eine Hymne.
00:31:09: Die hat die Leute auch miteinander verbunden, hat denen Kraft gegeben.
00:31:13: Und ich meine es war ja sozusagen nicht nur in Anführungsstrichen eine Utopie sondern ist ja auch etwas draus geworden.
00:31:21: Die Mauer ist gefallen.
00:31:23: Es waren...die Raketen wurden abgebaut.
00:31:25: also das ist ja nicht bis die nächsten Idioten da jetzt wieder an der Macht sind gab's ja doch ne längere Phase wo wirklich positiv was passiert ist.
00:31:33: das muss wir auch sagen.
00:31:35: Ja also ich habe so ein bisschen den Eindruck Klar, das ist vielleicht ein Randthema für unser Interview jetzt.
00:31:42: Aber ich habe schon so bisschen den Eindruck, dass es schwieriger ist einen Kommenszenz herzustellen für bestimmte Themen.
00:31:48: Man weiß im Gegenüber auch nicht mehr so richtig, wo stehst du eigentlich bei Fragen des Friedens oder von Klimaschutz?
00:31:57: Oder von Demokratie und so weiter... Also man ist unsicherer geworden!
00:32:01: Und früher war das aus meiner eigenen Erfahrung ... Damals in der Wendezeit, in der DDR auch gesungen und hatte einen riesen Publikum mit Themen die sozusagen alle angegangen sind.
00:32:14: Also wo man ganz schnell einen Kompetenz herstellen konnte und das ist glaube ich heute irgendwie keine Ahnung.
00:32:20: Das ist vorhin auch beschrieben.
00:32:22: mit so einer Vereinzelung in der Gesellschaft.
00:32:24: Ich glaub' dass es ein bisschen schwerer für Musiker da jetzt Themen wiederzusetzen und also... Ist mein Eintag genau.
00:32:33: Ja, aber wo das passiert sozusagen.
00:32:35: Also ich habe ja das Glück meistens viele Leute dazu haben wenn ich irgendwo was mache und wenn die dann miteinander singen da merkt man auch richtig dass da etwas passiert und dass sich die Menschen verbindet.
00:32:50: Und es gibt auch sozusagen im kleineren die gegenteilige Erfahrung.
00:32:55: Nicht, aber also aus meiner Sicht gehört auch natürlich die Erfahrung dazu.
00:32:59: Also man muss dann auch natürlich Sachen haben oder Lieder haben, die gut singbar sind.
00:33:06: Genau!
00:33:06: Das gehört ja noch dazu.
00:33:08: Das ist immer wieder genau an dem Punkt wo du wirklich großes geleistet hast und das immer noch tust.
00:33:12: Wo du wirklich Songs anbietest, die man gut gemeinsam singen kann und wo so eine gemeinsame Kraft entstehen kann, die die Musik eben befördert.
00:33:23: Ja wir haben einen großen Bogen geschlagen, aber ein bisschen die große Weltpolitik.
00:33:27: Und gucken vielleicht zum Schluss oder hören zum Schluss noch mal in einen Klassiker rein und hören mit dem auf Freunde das der Mandelzweig ein wichtiges Lied vielleicht auch eins dass damals wichtig war als es geschrieben wurde heute mindestens genauso wichtig ist und wo diese große Utopie vielleicht drin ist.
00:33:48: Der Text von Freunde, das der Mann ist, war ich den hat ja Shalom Ben-Kurin mitten im Zweiten Weltkrieg geschrieben.
00:33:55: Wo er nun auch nicht gerade die großen Hoffnungsschimmer da am Horizont zu sehen waren, aber er sah den Mandelbaum immer wieder blühen geht es früher in seinem Garten und das hat ihm Hoffnung gegeben und das war für ihn so ein Zeichen.
00:34:12: Und deswegen sage ich in der Anmoderation des Liedes heute auch häufig so oder Frage, welche Zeichen finden wir eigentlich?
00:34:19: Wo es wieder keine Hoffnung am Horizont ist auf vielen Ebenen.
00:34:24: In vielen Regionen dieser Welt nicht und Shalom Ben Corrin hat das Lied sehr geliebt und war stolz.
00:34:32: auch sagte zu seiner Frau Ich bin wahrscheinlich der erste jüdische Autor, der in einem evangelischen Kirchgesangbuch vertreten ist.
00:34:39: Meint ihr sie nur ganz trocken?
00:34:41: Nee!
00:34:41: Der zweite König David war schon vor dir.
00:34:45: Und es war ihm so wichtig dass das eben auch bei seiner Beerdigung gesungen wurde.
00:34:50: Es wurden ja immer wieder von Gruppen die ihn trafen, Jerusalem ihm vorgesungen oder die haben's zusammengesungen und... ...es ist ins Englisch übersetzt worden Es ist ins Russische übersetzt worden.
00:35:04: Vor drei Jahren kam auch eine Übersetzung ins ukrainische dazu und es gibt in Hannover eine Gruppe, die singst dann auf russisch und auf ukrainisch.
00:35:13: also das sind solche Sachen für mich auch sehr bewegend.
00:35:16: Also insofern ist das eins der Lieder, die mir wirklich auch sehr am Herzen dienen.
00:35:40: Ist das nicht ein Fingerzeug, dass die Liebe bleibt?
00:35:51: Dass
00:35:52: das Leben nicht
00:35:54: vergehen so viel Blut
00:35:57: auch
00:35:57: schreit.
00:35:59: Achtet dieses Nichtgering in der
00:36:04: trübsten
00:36:05: Zeit Tausende zerstampfte Kriegen eine Welt vergehen Doch des Lebens blüten Winde,
00:36:23: Freunde das
00:36:25: der Mandezweil.
00:36:27: Sich in Blüten wie Bleibe und sein Fingertsein, die das Leben
00:36:37: sieht.".
00:36:50: Vielen Dank für das Gespräch Fritz Beidruwald!
00:36:53: Vielen Dank!
00:36:54: Ja gerne...
00:36:56: Und wir hören uns in vierzehn Tagen wieder.
00:36:58: bis dahin alles Gute,
00:37:01: tschüss!
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