Lieder aus dem Giftschrank II (S01/E15)

Shownotes

„Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ (Martin Gotthard Schneider), Botho-Lucas-Chor

„Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“, Melodic Confession, metalchurch.ch (2022)

„Möge die Straße“ (Markus Pytlik), Die Priester

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00:00:06: Herzlich Willkommen zum Podcast Pop-Ghost Church.

00:00:08: Wir sind

00:00:09: Hartmut Naumann, ich leite das Popularmusikzentrum in Hannover

00:00:14: und Stefan Reinke Kantor im Zentrum für Popular Musik in Ezeho.

00:00:17: Ja wir unterhalten uns in unser Podcast über neue Lieder und die Entwicklung von Popular Musik In der Kirche.

00:00:25: Und jetzt geht's los!

00:00:30: Hallo Stephan und willkommen zu unserer neuen Folge.

00:00:34: Hallo Hartmut

00:00:36: bei der letzten Episode versprochen, dass wir uns auch heute nochmal mit ein paar Liedern aus dem Giftstrang beschäftigen wollen.

00:00:45: Also Lieder die kontrovers diskutiert werden bzw teilweise vielleicht schon in Vergessenheit geraten sind und teilweise aber eben auch wirklich sehr aktuell noch viel gesungen werden und so, aber immer wieder mal kritisch hinterfragt werden.

00:01:04: Und das erste, was wir uns da jetzt ausgesucht haben ist ein Schiff, das sich Gemeinde nennt.

00:01:10: Ich weiß nicht ob es sich der eine oder andere noch an, dass sie es dir darin hat.

00:01:14: Er wird sich auf jeden Fall eher unter.

00:01:16: Sie wird sich wieder daran erinnern denn es ist sogar auf der neuen Liederliste des neuen Gesambruchs enthalten und soll ins Buch kommen.

00:01:27: Genau, entstanden ist es in den Jahren zweiten Tutsinger Liederwettbewerbs und geschrieben von Martin Gotthard Schneider.

00:01:40: Vielleicht hören wir ganz am Anfang mal kurz in eine Aufnahme rein mit dem damals berühmten Boto Lukas Chor.

00:03:02: Ja, hier wieder in einer Aufnahme wie das für diese Zeit auch typisch war ne?

00:03:07: Mit so einem swingigen Feeling mit Walking Bass und einem Chor.

00:03:14: Ein bisschen schlagerhaft auch, leicht eingängig.

00:03:18: was sagst du?

00:03:19: Ja es ist recht typisch für diese sechziger Jahre NGLs muss man sagen.

00:03:23: Martin Goldschneider ist ja auch nicht irgendwer, er ist der Danke-Komponist und Textdichter also eine große Nummer dauerteilnehmer bei Entschutzing offensichtlich.

00:03:34: Und ich muss sagen, es wundert mich ein bisschen dass es tatsächlich auf der Liederliste drauf ist.

00:03:40: Nicht weil ich glaube das das ein schlechtes Lied ist grundsätzlich sondern weil ich gedacht hätte nach meinem Eindruck dessen Zeit ist ein bisschen vorbei.

00:03:49: Dass das gar nicht mehr so viel gesungen wird.

00:03:51: Dass uns das auch vielleicht inhaltig gar nicht mir soviel sagt und dass das ein Lied war das eine große Berechtigung hatte.

00:03:58: in der Zeit wo's entstanden ist und auch glaube ich ein wichtiges Liet war man viel an dem darstellen kann, aber wo ich gedacht hätte ob das wirklich noch gesungen wird und ob Leute neu damit konfrontiert werden oder wird es maximal noch aus Nostalgie gesungen?

00:04:11: Hätte ich gedacht.

00:04:13: Aber man verspricht sich ja offensichtlich davon dass ist doch die nächsten Jahre, Jahrzehnte irgendwie und was zu sagen hat.

00:04:19: Das finde ich ganz spannend.

00:04:20: Ja na gut aus Nostalgie gesungen da find' ich auch einige andere Lieder auf der Liederliste drin.

00:04:27: Ja ja genau das ist so generell?

00:04:29: Das ist schon eine Motivation die ist einfach da muss man ja zur Kenntnis nehmen.

00:04:34: aber mir geht es ähnlich.

00:04:35: hab auch ein bisschen in Eintrug.

00:04:37: es war mal sehr angesagt es wurde in alle möglichen Liederbücher reingedruckt in den siebziger nach den achtziger Jahren Und dann ist es irgendwie ein bisschen verschwunden.

00:04:48: Also wenn ich danach folgende Liederbücher so reinschaue und gucke unter einen Schiff, das ich gemeine, finde ich's nicht mehr.

00:04:57: Es hat irgendwie seine Zeit gehabt, habe ich so den Eintrug.

00:05:01: Ja, es ist ja eine einzelne Gesangbuchanhänge, Regionaleinhängen reingekommen.

00:05:05: Ich weiß jetzt nicht genau gecheckt in wie viele aber glaube ich schon in relativ vielen.

00:05:09: Dadurch ist es natürlich in den neueren Beihäften nicht drin, aber es ist auch aus dem Kontext Kichentach und so im Grunde verschwunden.

00:05:16: Und es ist schon interessant, wo du sagst das mit Nostalgie ist auch ein Grund andere, die dazu singen.

00:05:20: Stimmt auch.

00:05:20: aber dass sozusagen jetzt diese Nostalgisierung, Historisierung jetzt schon das NGL erreicht hat zeigt auch wie lange es das eigentlich schon gibt.

00:05:28: Das sozusagen jetzt schon die nostalgische Phase des Blicks auf NGL-Klassiker folgt als werden das so irgendwie Klassiker des siebzehn Jahrhunderts.

00:05:36: Das ist irgendwie alles gleich weit weg gewissermaßen schon ganz interessant

00:05:40: gehört jetzt auch zu einem gewissen Schatz den man bewahren möchte.

00:05:43: Das kann ja sein.

00:05:44: Ja, ist der Liederschatz.

00:05:45: Irgendwann wird so eine Liederbuch rausgegeben.

00:05:47: Der Liederschatz des NGLs wie das Knaben Wunderhorn oder so.

00:05:51: Ist ganz interessant!

00:05:53: Gucken wir mal ein bisschen rein.

00:05:55: also es ist ja wenn man's guckt... Es ist ein langes Lied finde ich.

00:05:58: Also ganz pauschal gesagt ne?

00:06:01: Eine lange Strophe hat da nochmal diesen Referent, der sehr anders ist vom Duktus als die Strophe was eigentlich ganz schön ist Und fünf Strophen und lange Strophens, das ist hier in meinem Gesangbuch.

00:06:12: Das ist fünf Seiten lang!

00:06:13: Das ist schon viel irgendwie?

00:06:16: Ja es sind lange Texte der ja auch sehr klar immer an dem gleichen Bild sozusagen fest macht und die Leute in dieses Setting eines Schiffs was auf großer Reise ist hineinzieht.

00:06:29: also du bist ja Norddeutscher müsste eigentlich für dich so ein Herzensanliegen sein.

00:06:36: Absolut, ja absolut.

00:06:37: Genau also man wird auf der anderen Seite natürlich auch in dieses Bild rein verhaftet als Mitsänger und Zuhörer.

00:06:45: Man kann eigentlich da gar nicht so richtig raus was man ja auch nicht muss.

00:06:49: aber das führt auch dazu dass man sehr konzentriert bleiben muss beim Singen.

00:06:54: jede Strophe bearbeitet dieses Bild auf der großen Reise zu sein erneut und immer wieder einen unterschiedlichen Facetten.

00:07:02: aber man muss da rein in diese Szene.

00:07:07: Es sind ja unterschiedliche Bilder so drin.

00:07:09: Ich finde, man kann es schon manchmal ... Das ist die Frage, was das Gemeindebild heute eigentlich ist?

00:07:13: Was eine Gemeinde heute ist in Zeiten von diffundierender Kirchlichkeit, Kirchmitgliedschaft und so weiter und sofort.

00:07:21: Aber es ist auch etwas von Kritik drin, die irgendwie zutrifft.

00:07:24: In der zweiten Strophe heißt es zum Beispiel, dass Schiff die Gemeinde liegt oft im Hafenfest weil sich's in Sicherheit und Ruhe bequemer leben lässt.

00:07:34: Stimmt ja wohl offensichtlich, womöglich ist ein Teil der Situationen die wir heute haben auch dessen geschuldet.

00:07:39: Dass wir zu lange bisschen vor uns hin und es wird schon weitergehen und so.

00:07:44: Und jetzt haben wir die Krise und jetzt sind wir in dem Punkt den Stroh für vier hat.

00:07:48: irgendwie habe ich das Gefühl da steht nämlich im Schiff dass sich gemeine nennt fragt man sich wie finden wir den rechten Kurs zur Fahrt im Weiten Meer?

00:07:56: Oder eine redest der andere das Man redet lang und viel und kommt kurzsichtig wie man isst nur weiter von dem Ziel.

00:08:03: Ja, wenn wir das mal auf die ganzen Reformprozesse beziehen.

00:08:06: Auf die wir uns heute beziehen ist das Lied womöglich aktueller als man denkt aber man muss ein bisschen um die Ecke denken.

00:08:12: Genau.

00:08:13: also die vierte Strophe würde ich auch herausnehmen und sagen ja ja heute ganz genau Man redet lang und viel und kommt kurzsichtig wie man isst nur weiter weg vom Ziel.

00:08:24: Das geht schon ganz gut rein dieser Satz.

00:08:28: Aber man muss halt viele Strophen davor singen oder man singt nur einzelne.

00:08:31: Das bietet sich ja bei dem Lied natürlich auch auf eine Art an, ne?

00:08:34: Ich weiß nicht, ob ich das jemals mit allen fünf Strophens begleitet habe...

00:08:39: Ja es wird schon ganz viel, wenn's überhaupt gesungen wird, ganz viel selektiv gesungen.

00:08:44: Man nimmt dann eben die Strofen raus, die irgendwie zerpredigt oder was auch immer gepasst haben und so.

00:08:50: Es mündet ja immer in diesen Ruf.

00:08:52: Bleibe bei uns her, bleibe bei us her!

00:08:55: Denn sonst sind wir allein auf der Fahrt durch das Meer.

00:08:58: Immer wieder im Bild und so... Aber es bleibt doch dieser Ruft diese Notwendigkeit der Gnade dieser Hilfe-Rufe, der immer wieder steht und der ist natürlich weit davon entfernt zu suggerieren beginnt das alles schon selber auf die Reihe.

00:09:14: Sondern wir kriegen's eigentlich nicht auf die Reihe Und das merken wir und deswegen flehen wir Gott um Hilfe an.

00:09:20: Das

00:09:20: stimmt natürlich auch.

00:09:21: irgendwie, habe ich auch das Gefühl dass wir es so richtig nicht auf die Reihe kriegen.

00:09:25: aber ja wie finden wir das musikalisches Lied?

00:09:28: Ich sag mal wir sind jetzt ja beim Reformen, ne?

00:09:30: Ich finde diese Wendung in den Reformen rein, das finde ich ganz schön... ist also rein subjektiv glaube ich mir gefällt der Schluss nicht vom Reformen!

00:09:36: Das ist da auf dem hohen auf dem Hohenzone, das ist irgendwie so... das suggeriert auch irgendwie das macht's wird auch oft komisch gesungen, finde ich so, das is so richtig so irgendwie.

00:09:48: Das Diet hätte irgendwie, es ist zu triumphalistisch finde ich am Ende.

00:09:52: Dieses Bleibe bei uns her, das hätte runtergehen sollen.

00:09:54: also dass einmal den Tonraum durchschreitet.

00:09:56: von oben rücken finde ich jetzt persönlich aber rein kann nicht an musikalisch objektiv fest machen ist nun ein Gefühl von mir.

00:10:03: Für einen halb Schluss eignet sich dieser hohe Ton aber für einen ganz Schluss eigentlich nicht.

00:10:07: man müsste eigentlich im letzten Ton müsste man dann das tiefe C singen.

00:10:12: um das vernünftig die musikalische Sende zu bringen müssen wir noch Tabe tiefer den Ton ziehen.

00:10:17: Aber das kriegt man natürlich in der Gemeinde schwer beigebracht, da müsste man das vorher diskutieren.

00:10:24: Ja ja ja, das ist alles wieder zu viel verlangt.

00:10:28: Und ansonsten haben wir

00:10:31: die Strophe?

00:10:31: Die ist ja ganz ebenmäßig gebaut mit Zeilen, die sich dann wiederholen wo der Schluss ein bisschen anders ist.

00:10:38: und dann gibt es aber Dann gibt es diesen Bereich Verzweiflung, Hoffnung, Kampf und Sieg.

00:10:43: Wurde so eine Sequenz gebaut wurden, so eine sehr konsequente Sequenz die über eine Terze höher sozusagen die gleiche Melodie von vorher wiederholt durch ein ganz probates Mittel für Komposition.

00:10:57: Interessant ist hier die Harmonisation finde ich.

00:11:00: also es gibt ja unterschiedlichste Harmonisation zu diesem Lied Also Akkorde die drüber stehen.

00:11:06: Manche Liederbücher haben auch vielleicht ganz auf Akkorde verzichtet, weil es wahrscheinlich so verwirrend war.

00:11:12: Und man weiß noch nicht genau ... Also ich weiß jedenfalls nicht genau was Martin Gotthard Schneider da genau gemeint hat.

00:11:19: Interessant sind schon ein paar Stellen drin.

00:11:21: also und an dieser Stelle gerade mit der Verzweiflung macht er tatsächlich eine, man würde heute sagen Zwei-Fünf-Eins Bewegung nach Moll ja?

00:11:31: Und im Akkord-Symbol EG aus Bayern steht dann klein C schrägstrich A. Das meint, also sie wollen eigentlich sagen es ist C-Moll mit A im Bass aber dahinter steckt eigentlich eine A-mol-sieben B-Fünf als zweite Stufe für die nachfolgende fünfte Stufe D-Sieben und G-Sieben.

00:11:55: das was dann als nächster Akkort kommt Das ist dann die erste Stufe.

00:11:59: Also, Zwei-Fünf-Eins-Verbindung nach G-Moll.

00:12:01: So ein Zwei-, Fünffensverbindungs Einschub!

00:12:05: Aber ich merke schon... das ist jetzt bisschen nördig.

00:12:07: also wenn nicht ne?

00:12:09: Wir werden etwas nördig jetzt.

00:12:10: Die weiß nicht ob die Leute uns folgen können aber ja es ist ganz interessant.

00:12:13: ne dass es bietet schon eine ganz interessante Möglichkeit in der Harmonisierung

00:12:17: Ja und es wird eben auch schon dort angelegt.

00:12:20: Also das finde ich eben auch interessant.

00:12:22: Es gibt wieder Liederbücher aus diesen aus diesem A-Moll sieben B-Fünf einfach nur ein Amoll machen.

00:12:29: Und da haben wir natürlich eine wirkliche Dissonanz drin, also die funktioniert so nicht.

00:12:35: Nur weil man die Zusatztöne nicht reinschreiben will, weil man denkt, da verwirrt man jetzt die Gitaristen oder wie noch immer, nimmt man die B fünf raus und dann hat man aber einen falschen Akkord.

00:12:47: Genauso ist das hier auch, ich blacke nochmal kurz nördig am Schluss...

00:12:51: Okay okay, ganz kurz noch ja!

00:12:54: Oh, bleibe bei uns her.

00:12:55: der vorletzte Takt.

00:12:56: So

00:12:57: bayerische Ausgabe des Gesangbuchs mit Akkord-Symbolen.

00:13:01: Das steht dann auf Zellzeit drei und vier F schreckst D. damit meint man eigentlich Demo sieben wie fünf so.

00:13:10: Und auf der zellzeit vier ist ein des sieben so.

00:13:13: das dess sieben ist eine Tritonsubstitution für.

00:13:17: Dahinter steht eigentlich G sieben aber g sieben be fünf.

00:13:22: Und da muss man das sieben B fünf

00:13:25: spielen

00:13:26: und nicht des sieben.

00:13:27: Denn sonst hat man einen Clash zwischen dem Ton Aß und dem Ton G, der in einer Melodie liegt.

00:13:35: Also gut gedacht schlecht ausgeführt aber okay ich mache jetzt die Klappe zu so es könnte sich jetzt hier so richtig loslegen.

00:13:42: Das macht nämlich total

00:13:43: Spaß.

00:13:44: Dann verlieren wir Leute vielleicht auch nicht.

00:13:47: wenn das gewollt ist dass wir mal so richtig nördig werden dann müsst ihr uns mal schreiben Können wir auch.

00:13:52: Wir können noch nördiger, als ohnehin.

00:13:56: Ja ich finde aber man kann daran erkennen was man für manche diese Lieder sagen muss.

00:14:00: das ist ja so eine Grundthese von mir dass oftmals die Kritik auch an diesen Stücken daherkommt dass man Interpretation oder Darbietungsweisen kritisiert, die nicht so wissentlich mit dieser Musik umgehen wie man es tun würde.

00:14:15: Das heißt vereinfacht gesagt Leute spielen das Lied einfach sehr schlecht Oder sehr unkundlich.

00:14:22: Und daraus resultiert die Ablehnung von Leuten, weil sie sagen das ist ja wirklich kein gutes Lied.

00:14:27: Während wenn man das Stil angemessen gut wie auch immer interessant begreiten würde es dann doch gar nicht so schlecht oder vielleicht sogar ein gutes Liet ist.

00:14:36: Ganz genau!

00:14:37: Das ist ja eigentlich ein grundsätzliches Problem was man ganz viel beim modernen Liedern hat Die Art der Begleitung, die Art der Harmonisation.

00:14:48: Letztens ist auch die Art des Gesangs.

00:14:50: Wenn sie sich nicht adäquat wirklich auf das Lied, auf die Stilart und auf die Kultur wenn man so will bezieht sondern so backelig ist und irgendwie grau und unrund dann wird das gesamte Lied eigentlich diskreditiert Und kann sich nicht entfalten und wird dann eben ganz schnell auch abgewatscht.

00:15:13: Also das erlebt man wirklich immer wieder, dass wenn die Dinge nicht adäquat genug dargeboten werden, dass man die Kritik dann ganz schnell auf das Lied selber bezieht.

00:15:24: Das ist aber oftmals eigentlich nur die Frage der Interpretation, die da daneben gelaufen ist.

00:15:29: Ja, und es muss halt stimmig in dem jeweiligen Stil sein.

00:15:31: Apropos du hast ein skurrides Klangbeispiel gefunden das zeigt dass die so war es bestimmt nicht gedacht wursprünglich Das wäre musikistorisch seltsam oder sehr profizient gewiss am Assen

00:15:45: ja.

00:15:45: leider können wir Martin Gottfahrt Schneider nicht mehr fragen aber vielleicht wäre er mit dieser metal version dann auch doch einverstanden.

00:15:54: melodie confession haben eine Version veröffentlicht.

00:15:59: Ich habe dann nur bei YouTube das gefunden, metalchurch.ch.

00:16:05: Das heißt es ist eine Metal-Church aus der Schweiz.

00:16:10: Wir hören mal rein!

00:16:31: Es wäre doch eigentlich ganz angemessen für Wacken oder?

00:16:55: Absolut, ja ganz interessant.

00:16:57: Ja also trotz fehlender Maritima Anbindung ist man in der Schweiz im Jahr zwanzig-zweiundzwanzig.

00:17:03: sagtest du ne?

00:17:04: Falls das offensichtlich noch auf dieses Lied zugegangen.

00:17:07: Also vielleicht ist aktueller als man denkt.

00:17:10: Genau und wenn es in Wacken auf die Bühne käme dann hätten wir auch wieder die Nähe zur großen Seefahrt also von daher

00:17:17: Zumindest zum Nordostekanal.

00:17:19: den kann man ja von wacken aus sehen.

00:17:21: Von daher würde

00:17:22: es schon passen.

00:17:25: Ja, wo wir schon bei skurrieren Versionen sind.

00:17:28: Ich habe auch nochmal eine skurrie Version eines Liedes gefunden und wir kommen noch mal zurück wie in unserer ersten Folge aus diesem kleinen Block nach Irreland textlich nach Irreland und wir hören Mal ein Musikbeispiel hinein.

00:18:50: Ja, das sind die Priester.

00:18:52: Wer die nicht kennt, lohnt sich vielleicht mal einzuhören ist ein interessantes Phänomenes.

00:18:56: eine Gruppe von drei römisch-katholischen Priestern, die das in den year of eleven sich gegründet haben und So Crossover Zeugs irgendwie singen so mit religiösen Texten.

00:19:09: Das erste Album war so Crosover von der Moldau und von der Handelsarabande und so was, und Halleluja von Leonhard Kohn singen sie und dieser Weg von Xavier Naidoo.

00:19:20: Und es gibt aber auch eine Platte mit NGLs oder mit neuerern Songs und da ist unter anderem eben dieses Möge die Straße dran sein.

00:19:31: Wir wollen jetzt gar nicht über diese Fassung sprechen.

00:19:32: Da könnte man auch drüber sprechen womöglich wollen wir nicht, sondern über dieses Lied.

00:19:37: Markus Pütlich hat das geschrieben Ende der achtziger Jahre und ... Das Lied steht in einer langlangen Tradition kann man sagen dieser irischen Segenswünsche die es schon seit hunderten von Jahren gibt und sich eine sehr große Beliebtheit erfreuen weil sie so eine spezifische Fräumigkeit ansprechen, die irgendwie die Leute gut finden.

00:20:03: Das klingt immer ein bisschen Kalenderspruch, ich finde.

00:20:05: Oder kalenderspruchhaft?

00:20:07: Interessant finde ich aber dass diese Wünsche ja zunächst mal nicht als Kalenderspruch anstanden sind sondern Kalendarspruch geworden sind weil sie so beliebt sind.

00:20:14: das ist wieder ganz interessant.

00:20:16: die erste Strophe in diesem Lied dann möge die Straße uns zusammen führen und der Wind in deinem Rücken sein sanft falle Regen auf deine Felder und warm auf deinen Gesicht des Sonnenschein.

00:20:26: und bis wir uns wieder sehen halte Gott dich fest in seiner Hand.

00:20:30: Das ist eine ganz traditionelle Form, die es vielfach vertont.

00:20:34: May the Road Rise to Meteor oder so gibt's ganz viele Vertonungen in jeder Stilistik.

00:20:40: und dann hat er in den weiteren Strophen noch weitere Dinge eingebaut.

00:20:44: Inspiriert auch von irischen Texten Irish Toasts heißt.

00:20:49: das ist also ein Buch.

00:20:50: irgendwie irische Trinksprüche sind dass irgendwie die da mit dran stecken.

00:20:54: und das hat alles zusammen gebastelt.

00:20:56: zu einem mittlerweile relativ viel gesungenen Lied, vier Strophen haben wir.

00:21:03: Als Refrain-Lied, stroferer Frenn Anfang sehr bekanntes harmonisches Motiv, Pachelbe Bass, sehr klassisch in der Grundidee aber natürlich an der Popmusik wahnsinnig viel zitiert auch und vorgekommen Und dann eine Refrain, die das zusammenbindet mit so einer achtaktigen Struktur.

00:21:22: Ja dieser Pachelbel, diese Harmoniefolie kann man ja sagen Die ist natürlich Ja, man kann sagen die Nerven auf die Dauer wird überall verwendet.

00:21:31: Let It Be und keine Ahnung ganz viele Pop-Songs haben das zumindest auch in Variationen verwendete.

00:21:39: Also es ist ja hier auch beim Mögen die Straße gibt's eine kleine Variation am Ende gegenüber dem Original aber das Geheimnis ist ja dahinter finde ich jedenfalls dass das ein total ausgewogenes Verhältnis von Ruhe und Spannung ist.

00:21:55: Tonika, Dominante.

00:21:56: Tonika-Dominante.

00:21:58: Subdominante Tonica, subdominant Dominante.

00:22:01: Es geht immer so hin und her es geht mit Ruhelos, Spannung usw.

00:22:06: Und das hat einerseits einen einlullenden Charakter weil die Spannungen immer wieder auflöst sofort oder es wird wieder neue Spannungsaufgebaut.

00:22:15: deswegen kannst du das eigentlich endlos machen?

00:22:18: Das hat ja noch halbe vorgeführt.

00:22:19: Das ist eine Endloschleife quasi Und deswegen funktioniert die Nummer auch so gut, aber sie nervt auf die Dauer finde ich.

00:22:27: Also das ist jetzt ein bisschen Geschmackssache, aber man muss dann schon mal ein bissel gucken ob man da vielleicht mal eine Variation rein bringt weil es sonst sehr leierig wird.

00:22:39: Es schreitet den Tonraum schön ab, das ist ja auch die Spachelbebasso.

00:22:42: Das wird da einmal alles was wir haben so alle Stufen sind mal da erstmal so grundsätzlich und aber dann sollte man irgendwann sehen dass man vielleicht immer in irgendwelche Nebenstraßen einschlägt.

00:22:52: Da gibt

00:22:52: es ja vielleicht auch noch etwas zu entdecken.

00:22:54: Die

00:22:54: Zusammenführung erfolgt vielleicht über die Nebenstrasse ja genau durch die Gassen kann man vielleicht gehen.

00:22:59: also es ist ein bisschen klar.

00:23:00: es ist natürlich dadurch eine hypermainstreamige sehr gefällige Melodie an der.

00:23:04: nun Also sie kann man ja nämlich nicht mögen irgendwie, finde ich so.

00:23:08: Die kann man leierig finden vielleicht ein bisschen ausgelutscht aber zu sagen das klingt jetzt irgendwie selbst als sehr absurd irgendwie ne?

00:23:15: Das ist ja so...

00:23:16: Ich habe übrigens gerade aktuell beim Strubeverlag wo das Lied liegt quasi, wo die Lizenz liegen mal nachgefragt ob der Autor auch bereit wäre dazu dass man die Harmonien hier und dort ein bisschen ändert.

00:23:30: Wir wollen ja für das neue Gesamtbuch wollen wir eine Band-Ausgabe machen, eine Gitarrenausgabe und so.

00:23:37: Und da habe ich vorgeschlagen ob man eben unter anderem bei diesem Blied vielleicht die Harmonie ein bisschen ändert und hab da zwei Versionen mehr hingeschickt bin mal gespannt ob sich der gute Herr Pütlik darauf einlassen würde um das ein bisschen zu verändern.

00:23:53: Das ist dann sicherlich auch nicht das Nonplus Ultra aber dass man einfach eine Variation mal anbieten kann Ja, beim Text finde ich... Da finde ich manche Sachen tatsächlich ein bisschen ungeschickt.

00:24:04: Manche finde ich aber wirklich richtig klasse.

00:24:06: also das gibt bei mir so ein bisschen sehr durcheinander eigentlich ja?

00:24:11: Also wenn es zum Beispiel heißt weiß nicht dritte Strophe ne hab unter dem Kopf einen Weiches Kissen und so weiter und sofort da frage ich mich dann Wer denn eigentlich, also ich oder wer hat das jetzt eigentlich mit dem Kopf irgendwie hab und vom Kopf ein weiches Kissen?

00:24:30: Das ist sprachlich ungeschickt gemacht finde ich.

00:24:33: Und es geht in der Strophe noch weiter wo's auch aus meiner Sicht ungeschickt ist sei über vierzig Jahre im Himmel bevor der Teufel merkt du bist schon

00:24:42: tot.

00:24:43: Also okay man kann ja so'n, das is ja so ne Art Gag auch so bisschen um die Ecke gedacht.

00:24:49: Ich finde wenn man sowas macht Ja.

00:24:51: Dann kommt es unheimlich auf das Timing an, wenn du das aber in so eine Melodie reinpackst und sagst sei über vierzig Jahre im Himmel bevor der Teufel merkt du bist schon tot.

00:25:05: Also da entsteht keinerlei Effekt?

00:25:09: Es wirkt nicht humorig dadurch die Melodie unterstützt.

00:25:11: Und auch das Humorige kann man ja sagen.

00:25:13: ob man das jetzt... Man kann vieles in dem Text irgendwie untersagen.

00:25:16: dass ist so.

00:25:17: vielleicht ist das ne irische Art von Humor oder sowas.

00:25:21: Theologisch ist mir das etwas fremd, weil das Teufelsbild dahintersteht.

00:25:28: Als gab es so einen Anspruch des Teufils auf mich selbst?

00:25:32: Eigentlich hat er den Hauptanspruch aber wenn ich Glück habe dann nimmt Gott mich auf irgendwie.

00:25:37: Aber drückt mich vielleicht auch nicht zu fest und steht in der nächsten Strufe her.

00:25:40: Wenn er mich merkt, kann er sich sofort zurückholen.

00:25:44: Das muss man jetzt auch nicht philologisch zerdenken irgendwie, das ist ja geckig gemeint.

00:25:49: Aber man kann natürlich alles sagen, das gäcke ich gemeint.

00:25:50: Trotzdem kann es eine Theologie sein, die man komisch findet zu.

00:25:52: Also ich würde... Ich singe das Lied immer wenn wir singen, lassen wir die Strophe irgendwie so nach raus?

00:25:58: Weil's auch so lang ist!

00:25:59: Man hat mehrere Probleme gelöst, ne?

00:26:02: Man leiert sich nicht in der Melodie tot und man hat nur zwei Strophen oder man hat halt irgendwie auch, dass dann irgendwie so heißt.

00:26:06: Kann

00:26:07: man gut weglassen für dich ja auch.

00:26:08: Ja

00:26:09: aber ich finde zum Beispiel das was du gerade schon angesprochen hast, da nimmst du in einer vierten Strophe dieses Ding eher also Gott Halte dich in seinen Händen, doch drücke seine Faustdichte nie zu fest.

00:26:21: Das finde ich zum Beispiel den ganz großartigen Gedanken und muss dir sofort an das Buch denken von Tillmann Moser Gottes Vergiftung wo er beschreibt sehr eindrücklich beschreibt wie die Religiosität ihm so zunahe gekommen ist dass er ja einfach psychische Schäden davon getragen hat.

00:26:44: Das ist ein sicherlich eigenes Thema, worüber man mal genauer sprechen kann.

00:26:50: Aber diese Zugriffigkeit und Übernähe von Gott und von Jesus – das ist auch ein Problem.

00:27:01: Und das wird hier auf eine ganz elegante poetische Weise ausgedruckt, finde ich toll!

00:27:06: Ist die Frage, ob es in dem Buch bei Moser irgendwie Gottesnähe ist oder eher die institutionelle Nähe?

00:27:12: Oder sozusagen die Leute von dir verlangen, dass du sie allengeblich hättest.

00:27:17: Das spielt ja zusammen!

00:27:19: Aber das geht gar nicht so sehr um die Institutionen... Die Art von Gott, die mir die Institutionen aufgedrückt hat.

00:27:29: Vielleicht sowas ja?

00:27:31: Ja genau.

00:27:32: Ich

00:27:32: dachte jedenfalls an dieses Buch als ich mir das nochmal angeschaut habe in dem Lied und ich finde den Gedanken sehr schön zurück zu seine Fausttechnie zu fest.

00:27:43: Nicht ganz so schön auch wenn das irgendwie die traditionelle Form ist.

00:27:45: Ich verstehe gar nicht ganz genau im Reformer und bis wir uns wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand.

00:27:50: aber wenn wir uns wider sehen was denn dann eigentlich?

00:27:55: Dann ist doch Gott hoffentlich auch noch da sozusagen.

00:27:58: Ist bestimmt so gemeint und so, aber Gott ist ja nicht der Ersatzsozial.

00:28:02: Ich bin jetzt nicht da, dann kümmere ... Wenn ich wieder da bin, kann ich mich um dich kümmern.

00:28:06: Weiß ich nicht ne?

00:28:06: Das finde ich dann auch ... Weil das ja so wahnsinnig stark kommt, das wird ja doppelt noch gesungen am Riffon- und weißt du, es ist das die Zentralaussage, fände ich den Anfangfänger wie schöner.

00:28:17: In der traditionellen Form sind das ja auch keine Riffons, die da eigentlich diese irischen Segenslieder sondern einvers Melodien sozusagen.

00:28:25: Ja, auch das kommt ins neue Gesangbuch rein.

00:28:27: Wenn wir der Liederliste glauben dürfen... Genau!

00:28:31: Da steht es auch drin mit dem Mögen die Wege.

00:28:35: Die Straßen mögen die wege.

00:28:36: Gibt gleich zwei irische Segenswünsche, die ja beide relativ populär sind.

00:28:41: So umstritten sind die Lieder vielleicht dann doch nicht?

00:28:43: Oder sind das Konzessionen an diese Sachen und es wird trotzdem umstrittene Leute geben?

00:28:47: Man weiß es nicht so genau aber jedenfalls werden sie jetzt geedelt.

00:28:51: dadurch

00:28:52: Sie werden natürlich jetzt schon auch aufgespießt von Leuten, die Lieder einfach nicht mögen.

00:28:58: Wenn sie die Liderliste durchsehen und sagen aber warum ist das jetzt drin?

00:29:02: Das hätte man nach einem Gut mal beerdigen müssen usw.

00:29:06: Das kommt jetzt schon vor.

00:29:08: Aber ja es gibt noch mehrere Lieder, die auch so kontrovers aufgefast werden und wo man sich vielleicht weigert sich zu singen und sowas.

00:29:17: alles Letzteres, finde ich irgendwie völlig antiquiert.

00:29:21: Also was heißt ja Beigern das zu singen?

00:29:23: Wenn ein Kirchenmusikerin den Job hat dann gehört es schlicht und ergreifend zum Support zur Dienstleistung die er dazu leisten kann wenn die Gebäude sich das wünscht dass auch wirklich adäquat und so gut wie möglich dann zu machen.

00:29:37: also Punkt aber okay.

00:29:40: Ja Auch dieses Lied sehr beliebt in der umfragelich Eingangs zitierte ist das zweitbeliebteste Lied.

00:29:47: Das ist ja schon auch spannend.

00:29:49: Also von guten Mächten und dann möge die Straße uns zusammenführen, das ist auch in mancher Hinsicht spannend dass in einer ja doch binnenkirchlichen Umfrage die Wahrscheinlichkeit die Umfrage war dieses Lied nun gerade das zweit beliebteste Kirchenlied ist.

00:30:05: das lasse ich mal mit Fragezeichen im meinem Kopf stehen.

00:30:08: was das bedeutet bin nicht sicher ob das ganze gut ist.

00:30:12: dennoch es ist natürlich auch ein singbares Lied und spricht natürlich gar nichts dagegen zu singen.

00:30:17: Zum Glück gibt es ja auch noch ein paar andere Lieder, ne?

00:30:20: Ja, genau das ist gut!

00:30:24: Man könnte jetzt auch noch die Reihe der kontroversen Lieder weiter fortsetzen.

00:30:27: mit Danke für diesen guten Morgen was ja auch lange Zeit wahrscheinlich immer noch kontroverse diskutiert wird oder... Herr Dein Liebes, wie gerade sind Ufer auch so ein Angstgegner?

00:30:37: Haben

00:30:38: wir beide schon den Podcast-Folgen gehabt.

00:30:39: Haben

00:30:40: wir schon gehabt genau!

00:30:41: Also man kann mal nachhören.

00:30:45: wenn man neu zu uns stößt gibt ja mittlerweile viele Archiv.

00:30:48: Genau

00:30:48: es gibt Möglichkeiten tatsächlich einige Episoden nochmal nachzuhören und die stehen ja immer zur Verfügung.

00:30:55: Ja in diesem Sinne würde ich sagen haben wir doch mal wieder einiges besprochen Und vielleicht ein paar Anregungen geben können, vielleicht haben wir auch Widersprüche hervorgerufen mit dem was wir da zu den Sachen jetzt gesagt haben.

00:31:08: Dann meldet euch gerne schreibt uns

00:31:11: oder so und kommentiert das.

00:31:12: Wir können Kontakt treten

00:31:14: und dann hören wir uns beim nächsten Mal wieder.

00:31:17: in diesem Sinne

00:31:19: Tschüss bis dann tschüß.

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